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Leistungsbereich

Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantation

Allgemeine Informationen

Die Transplantation der Bauchspeicheldrüse führt durch die Übertragung der insulinproduzierenden Beta-Zellen zur Normalisierung des Glukosestoffwechsels und stellt somit eine ursächliche Behandlung des insulinpflichtigen Diabetes mellitus dar.

Sie kommt in der Regel für Typ-1-Diabetiker in Betracht, die nach langem Verlauf ihrer Grunderkrankung in Folge der diabetischen Nierenschädigung eine dialysepflichtige Nierenschwäche entwickeln. Bei dieser Patientengruppe wird das Pankreas in Kombination mit der Niere des Organspenders transplantiert.

Juvenile Diabetiker, die noch keine Folgeerkrankungen entwickelt haben und mit der intensivierten Insulintherapie stabil zu führen sind, profitieren nicht von einer isolierten Pankreastransplantation: Die Risiken des großen Eingriffes und der langfristigen Immunsuppression stehen in keinem Verhältnis zur Prognose, die unter der Standardtherapie dieser Erkrankung in den ersten Jahrzehnten erreicht wird (Schäffer et al. 2007; Venstrom et al. 2003).

Zudem konnte eine Lebensverlängerung durch die isolierte Pankreastransplantation nur dann nachgewiesen werden, wenn die Patienten unter schweren unbemerkten Hypoglykämien leiden oder ein kaum zu substituierender Insulinbedarf besteht. Diese Komplikationen der Grunderkrankung stellen gültige Indikationen dar und führen zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität und einer Reduktion der Krankenhausaufenthalte (Gruessner et al. 2004).

Bei insulinpflichtigen Typ-1-Diabetikern mit drohendem oder bereits eingetretenem Nierenversagen ist bereits durch die Transplantation der Niere eine dauerhafte immunsuppressive Therapie erforderlich; zum anderen verhindert die gleichzeitige Übertragung des Pankreas die Entwicklung einer diabetischen Nierenschädigung in der transplantierten Niere (Wilczek et al. 1993). Damit stellt die kombinierte Pankreas-Nierentransplantation bei ausgewählten jüngeren Diabetikern eine Alternative zur isolierten Nierentransplantation mit Fortführung der Insulintherapie dar. Außerdem wird das 4-Jahres-Sterberisiko dieser extrem gefährdeten Gruppe von Diabetikern halbiert, so dass die Kombinationstransplantation nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt, sondern auch als lebenserhaltender Eingriff zu bewerten ist (Venstrom et al. 2003). 80% der Pankreastransplantationen in Europa erfolgen als kombinierte Pankreas-Nierentransplantationen (Eurotransplant 2006).

Im Jahr 2006 wurden in Deutschland in 22 Transplantationszentren 141 Bauchspeicheldrüsen transplantiert (DSO 2007). Seit 2007 besteht für den Leistungsbereich Pankreastransplantation für alle deutschen Transplantationszentren eine Verpflichtung zur Teilnahme an der externen vergleichenden Qualitätssicherung. Dargestellt wird die Versorgungsqualität anhand von drei Qualitätsindikatoren.

Literatur:

Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Organspende und Transplantation in Deutschland. Jahresbericht 2006. 2007. http://www.dso.de/pdf/dso_jb2006_d.pdf (Recherchedatum: 30.01.2008).

Eurotransplant International Foundation (ET). Annual Report 2006, Yearly Statistics. http://www.eurotransplant.nl/files/statistics/yearly-statistics-2006.pdf (Recherchedatum: 02.01.2008).

Gruessner RW, Sutherland DE, Gruessner AC. Mortality assessment for pancreas transplants. Am J Transplant 2004; 4 (12): 2018- 2026

Schäffer M, Bartmann V, Wunsch A, Traska T, Schenker P, Michalski S, Viebahn R. Morbidität und Letalität der Nieren- und Pankreastransplantation. Chirurg 2007; 78 (10): 928-935.

Venstrom JM, McBride MA, Rother KI, Hirshberg B, Orchard TJ, Harlan DM. Survival after pancreas transplantation in patients with diabetes and preserved kidney function. JAMA 2003; 290 (21): 2817-2823.

Wilczek HE, Jaremko G, Tyden G, Groth CG. Pancreatic graft protects a simultaneously transplanted kidney from developing diabetic nephropathy: a 1- to 6-year follow-up study. Transplant Proc 1993; 25 (1 Pt 2): 1314-1315.



Stand 31.03.2008