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Hintergrundinformationen zum Versorgungsbereich

(Bezeichnung des BQS-Leistungsbereichs: Dekubitusprophylaxe (Pflege))

(Stand: 21.06.2007)

Icon für Pflege_Dekubitusprophylaxe

Folgender Qualitätsindikator aus diesem Versorgungsbereich wird für die öffentliche Berichterstattung empfohlen:

Neu entstandene Druckgeschwüre während des Krankenhausaufenthaltes

Interpretationshilfen für die Ergebnisse dieser Qualitätsindikatoren finden Sie, indem Sie die Bezeichnungen der Qualitätsindikatoren anklicken.

Informationen für Patienten zu diesem Versorgungsbereich:

Eine gefürchtete Komplikation während eines Krankenhausaufenthaltes ist das „Wundliegen“, das Entstehen von Druckgeschwüren infolge langen Liegens, auch Dekubitus genannt. Ein Dekubitus ist eine langwierige chronische Wunde, die sehr unterschiedlich groß und tief sein kann.

Wenn über einen zu langen Zeitraum hinweg hoher Druck auf einer Stelle des Körpers lastet, werden die Haut und auch das darunterliegende Gewebe an dieser Stelle gequetscht. Dort kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen und die entsprechende Stelle wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Im ungünstigsten Fall stirbt das Gewebe ab.

Im Anfangsstadium sind lediglich die oberen Hautschichten betroffen, aber die Wundfläche kann mit fortschreitender Ausprägung auch in die tiefer liegenden Gewebsschichten bis hin zum Knochen reichen.

Das Abheilen eines Druckgeschwürs ist ein langwieriger Prozess. Ein Dekubitus ist für den Patienten sehr unangenehm und häufig schmerzhaft. Wegen der langen Heilungsdauer – und eventuell einem verlängerten Krankenhausaufenthalt – bedeutet ein Druckgeschwür eine große psychische Belastung für die Patienten.

Schätzungen zufolge entwickeln jährlich 400.000 Menschen in Deutschland bei einem Krankenhausaufenthalt ein Druckgeschwür.

Zu den Risikogruppen gehören alte, geschwächte sowie bewegungseingeschränkte oder
bewegungsunfähige Menschen. Bestimmte Vorerkrankungen wie

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • Herzschwäche,
  • niedriger Blutdruck,
  • Rückenmarksverletzungen,
  • Übergewicht,
  • Untergewicht,
  • Schwitzen,
  • Inkontinenz (Unfähigkeit, Urinabgang oder Stuhlgang zu kontrollieren)

können ebenfalls die Bildung eines Druckgeschwürs begünstigen.

Jedoch besteht grundsätzlich die Gefahr des Wundliegens, wenn ein Patient über längere Zeit hinweg liegen muss.

Der größte Beitrag zur Vermeidung dieser schwerwiegenden Komplikation ist eine wirksame Vorbeugung (Dekubitusprophylaxe). Um eine wirkungsvolle Vorbeugung betreiben zu können, sind die Einschätzung der persönlichen Risiken eines Patienten und Kenntnisse der Dekubitusentstehung von besonderer Bedeutung.

Bei gefährdeten Patienten sollten deshalb jene Körperstellen regelmäßig und mit großer Sorgfalt betrachtet werden, bei denen die Haut direkt über einem Knochen liegt (z. B im Bereich des Beckens, des Kreuzbeins, der Fersen oder der Zehen).

Nur durch eine regelmäßige und sorgsame Begutachtung der gefährdeten Stellen kann ein Druckgeschwür frühzeitig erkannt und eine Verschlimmerung verhindert werden.

Die zweite wichtige Gegenmaßnahme ist, dass die Patienten regelmäßig bewegt, zur Mobilität angeregt oder in verschiedenen Positionen gelagert werden.

Sind Patienten in besonders schlechter Verfassung (z. B. sehr schlechter Allgemeinzustand, starke Schmerzen) kann dies jedoch die Durchführung der vorbeugenden Maßnahmen durch das Pflegepersonal so stark beeinträchtigen, dass sich trotz dieser Maßnahmen ein Dekubitus bildet.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Pflege, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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