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Interpretationshilfe für Patienten

(Stand: 21.06.2007)

Qualitätsindikator

Schlaganfälle oder Tod infolge einer Operation zur Erweiterung der Halsschlagader

BQS-Qualitätsindikator

Perioperative Schlaganfälle oder Tod risikoadjustiert nach logistischem Karotis-Score I

Versorgungsbereich:
Halsschlagaderoperation

Indikatortyp:
Ergebnisindikator

BQS-Leistungsbereich:
Karotis-Rekonstruktion

Art des Referenzbereichs:
Toleranzbereich

Informationen zum Versorgungsbereich: Link.

Begriffserläuterungen finden Sie im Glossar.

    

Qualitätsziel

Das Verhältnis von beobachteten und erwarteten perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen soll angemessen niedrig sein.

Warum kann das Erreichen dieses Ziels als gute Qualität angesehen werden?
Jede Operation an der Halsschlagader kann zu Komplikationen führen. Die schwerwiegendsten Komplikationen sind Schlaganfälle oder Todesfälle.

Wie häufig diese Komplikationen nach der Operation auftreten, hängt dabei nicht alleine von der Versorgungsqualität eines Krankenhauses ab. Auch unterschiedliche Risikofaktoren des einzelnen Patienten beeinflussen die Komplikationsrate.

Solche Risikofaktoren sind z. B.:

  • Begleiterkrankungen,
  • Lebensalter,
  • Störungen der Hirnfunktion vor der Operation,
  • Verengung weiterer hirnversorgender Schlagadern.

So treten Todesfälle beispielsweise bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen häufiger auf als bei Patienten, die neben der Verengung der Halsschlagader unter keinen anderen schwerwiegenden Krankheiten leiden.

Um einen fairen Vergleich zwischen verschiedenen Krankenhäusern zu ermöglichen, wird bei der Berechnung für diesen Qualitätsindikator berücksichtigt, ob in einem Krankenhaus Patienten mit besonders vielen oder schwerwiegenden Risikofaktoren behandelt wurden.

Wie werden die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ermittelt?
Das Krankenhaus dokumentiert für alle behandelten Patienten, welche Risikofaktoren vor der Operation bekannt waren und ob der Patient nach der Operation verstorben ist oder einen Schlaganfall erlitten hat.

An Hand der Risikofaktoren der behandelten Patienten wird für jedes Krankenhaus ein Wert errechnet, der besagt, mit wie vielen Schlaganfällen und Todesfällen nach Karotis- Operationen im Durchschnitt zu rechnen gewesen wäre (erwartete Rate).

Weiterhin wird berechnet, wie viele Patienten nach einer Operation der Halsschlagader tatsächlich einen Schlaganfall erlitten haben oder verstorben sind (beobachtete Rate).

Diese beiden Werte werden miteinander verglichen. Dazu wird eine Verhältniszahl gebildet. Ist diese Zahl größer als 1, sind in diesem Krankenhaus mehr Patienten verstorben oder haben einen Schlaganfall erlitten als erwartet. Das Krankenhaus hat also ein schlechteres Ergebnis erreicht als erwartet.

Ist die Zahl kleiner als 1 hat das Krankenhaus ein besseres Ergebnis erreicht als erwartet.

Wie kann man die Versorgungsqualität bewerten?
Für diesen Qualitätsindikator kann keine medizinisch-pflegerisch begründbare Grenze für eine tatsächlich erreichbare gute Qualität festgelegt werden. Als Orientierungshilfe zur Bewertung der Krankenhausergebnisse kann das durchschnittliche Ergebnis in Deutschland (Gesamtrate) herangezogen werden (siehe: wie sind die Ergebnisse in Deutschland?).

Da es für diesen Indikator keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Nicht jedes auffällige Ergebnis bedeutet automatisch schlechte Qualität. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen möglicherweise Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wie sind die Ergebnisse in Deutschland?
Das Ergebnis, das 2006 in deutschen Krankenhäusern erzielt wurde, liegt bei 1,0.

Wie sind die Krankenhausergebnisse einzuschätzen?
Krankenhäuser mit einem Ergebniswert von weniger als 1,0 erzielen ein besseres Ergebnis als der Bundesdurchschnitt. Krankenhäuser mit einem Ergebniswert von über 1,0 erzielen ein ungünstigeres Ergebnis als im Bundesdurchschnitt. Krankenhäuser mit einem Ergebniswert von mehr als 3,1 haben ein auffälliges Ergebnis.

Aus auffälligen Ergebnissen kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog gemeinsam durch eine Gruppe von Fachexperten und das Krankenhaus analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einem Krankenhaus mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gefäßchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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