Rationale
Neben den typischen klinischen Zeichen wie nächtlichen Parästhesien,
Sensibilitätsstörungen im zweiten bis vierten Finger oder – in
fortgeschrittenen Stadien – Schwächen und Hypotrophien der lateralen
Daumenmuskulatur liefern elektrophysiologische Untersuchungen einen
entscheidenden Beitrag zur Diagnosesicherung eines
Karpaltunnelsyndroms. So kann eine Verlängerung der distalen Latenzzeit
bei Reizung mit einem kurzen Stromreiz am Handgelenk ebenso auf eine
Druckläsion des Nervus medianus hinweisen wie eine Verringerung der
sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit oder typische elektromyographische
Veränderungen der vom Nervus medianus versorgten Muskulatur. Eine
sorgfältige Indikationsstellung erfordert daher immer die Durchführung
der elektrophysiologischen Untersuchung. In der Regel sollte für eine
Operationsindikation mindestens einer der genannten Tests pathologisch
ausfallen.
Die elektrophysiologische Diagnostik wird in der gemeinsamen Leitlinie von vier wissenschaftlichen Fachgesellschaften als relevante Methode für einen zuverlässigen Nachweis eines KTS empfohlen (Assmus et al. 2007).
Stand 31.03.2008