Rationale
Reinterventionen sind ungeplante Folgeeingriffe wegen
Komplikationen des Primäreingriffs. Begleiterkrankungen scheinen ebenso einen
Einfluss auf die Komplikationsrate zu haben wie Vorerkrankungen oder
Voroperationen des Knies (Weiss et al. 2003).
Die Gesamtrate ungeplanter Reinterventionen kann einen
Hinweis auf die (interdisziplinäre) Prozessqualität einer Einrichtung geben.
Riley et al. (Riley et al. 1993) sahen eine
Wiederaufnahmerate von 6% nach Kniegelenkersatz, die nahezu alle auf
Infektionen oder mechanische Komplikationen zurückzuführen waren. Weaver et al. (Weaver et al. 2003)
berichteten eine Wiederaufnahmerate (innerhalb eines Jahres nach OP) von 1%.
Robertsson et al. analysierten Langzeit-Follow-Up-Daten des
schwedischen Endoprothesenregisters von 37.642 Patienten aus 91 Kliniken im
Zeitraum 1993-2002. Die kumulative Revisionsrate der Primäreingriffe lag bei
5%. Sie wendeten unterschiedliche statistische Modelle zur Risikoabschätzung
der Revision an mit unterschiedlichen Krankenhausbenchmarks als Resultat. Sie
folgerten daraus, dass die Revisionsrate zur Langzeitbeurteilung der Qualität
des primären Knie-TEP-Eingrifs nicht geeignet sei (Robertsson et al. 2006).
Stand 31.03.2008