Rationale
Epidemiologische (d.h. bevölkerungsbezogene) Krebsregister
vereinen im Idealfall die Daten von allen Tumorpatienten eines Bundeslandes.
Das Bundeskrebsregistergesetz, das zum 01.01.1995 in Kraft trat und zum
31.12.1999 auslief, verpflichtete alle Bundesländer dazu, bis Ende 1999
bevölkerungsbezogene Krebsregister einzurichten. Dieser Verpflichtung sind alle
Bundesländer in der Zwischenzeit nachgekommen. Die Krebsregister unterscheiden sich
allerdings sehr im erreichten Vollzähligkeitsgrad, in der Flächendeckung und im
Meldemodus.
Die epidemiologischen Register dienen der Erhebung,
Speicherung, Verarbeitung, Analyse und Interpretation von Daten über das
Auftreten und die Häufigkeit von Krebserkrankungen in räumlich definierten
Bevölkerungen. Auf Grundlage der epidemiologischen Daten können
Krebserkrankungen erfasst sowie ihre Ursachen erforscht werden (Deutsche
Krebsgesellschaft e. V.).
Je nach Landesgesetz gibt es eine Meldepflicht für Ärzte
oder ein Melderecht auf freiwilliger Basis (siehe GEKID: Übersicht zu den
Landeskrebsregistern). Die Meldung kann direkt an das Krebsregister oder an ein
Tumorzentrum erfolgen, das die Daten dann an das zuständige Krebsregister
weiterleitet. Alle Daten werden zentral an das Robert Koch-Institut
übermittelt. Dort werden sie zusammenfassend ausgewertet, Entwicklungstrends
und regionale Unterschiede festgestellt und regelmäßig veröffentlicht (Robert
Koch Institut, Schön et al. 2004).
Voraussetzung für die wissenschaftliche Nutzung
bevölkerungsbezogener Krebsregister ist die möglichst vollzählige Registrierung
aller im Einzugsgebiet auftretenden Krebserkrankungen auf hohem qualitativem
Niveau.
Nur durch eine möglichst vollzählige Registrierung können
Fragen nach einer prognostischen Verbesserung z. B. im Zusammenhang mit der
Einführung von neuen Therapiemaßnahmen beantwortet werden. Auch zur
Beantwortung der Frage, ob Maßnahmen der Krebsfrüherkennung (z. B. Mammographie-Screening)
nachweisbare Effekte haben, kann eine hochwertige Datenqualität einen wichtigen
Beitrag leisten (Becker 2004).
Stand 31.03.2008