Rationale
Eine antimikrobielle Therapie sollte so früh wie möglich
eingeleitet werden. Ein verzögerter Therapiebeginn (über 8 Stunden nach
Aufnahme in das Krankenhaus) geht mit einer erhöhten Letalität einher
(Empfehlungsgrad B lt. Höffken et al. 2005; American Thoracic Society 2001;
Alberta Medical Association 2006). Eine Reihe von Studien weist verbesserte
Überlebenschancen nach, wenn innerhalb der ersten 4 Stunden mit der
antimikrobiellen Therapie begonnen wurde (Houck et al. 2004). In den Leitlinien
der Infectious Diseases Society of America von 2003 wurde das empfohlene
Zeitintervall daher sogar von 8 Stunden (Bartlett et al. 2000) auf 4 Stunden
(Mandell et al. 2003, Empfehlungsstärke B von A bis E, Evidenzgrad III von I
bis III) reduziert. 8 Stunden seit der Aufnahme werden von der BQS-Fachgruppe
Pneumonie als maximale Zeit angegeben, innerhalb der die erste antimikrobielle
Gabe liegen soll. Die aktualisierte und gemeinsam erstellte Leitlinie der
Infectious Diseases Society of America und der American Thoracic Society von
2007 (IDSA / ATS 2007) empfiehlt statt eines festen Zeitintervalls neuerdings
die Gabe der ersten antimikrobiellen Therapie noch in der Notaufnahme eines
Krankenhauses. Durch die Verlegung der Patienten aus der Notaufnahme auf die
Stationen seien Verzögerungen der antimikrobiellen Therapie nicht selten und
die erste Gabe sollte so zügig wie möglich nach der gestellten Diagnose gegeben
werden.
Bei der Auswertung dieses Qualitätsindikators werden drei
Gruppen dargestellt. Gruppe 1 beinhaltet alle Patienten. Gruppe 2 beinhaltet
die Patienten, die nicht aus einem anderen Krankenhaus aufgenommen wurden. In
der Gruppe 3 befinden sich die Patienten, die aus einem anderen Krankenhaus
verlegt wurden. Diese Unterteilung dient dazu, die Fälle, bei denen nicht
sicher differenziert werden kann, ob eine ambulant oder eine nosokomial
erworbene Pneumonie vorliegt, gesondert darstellen zu können.
Der Beginn der antimikrobiellen Therapie innerhalb der
ersten 8 Stunden nach Aufnahme wird für die Patienten gefordert, die nicht aus
einem anderen Krankenhaus aufgenommen wurden.
Stand 31.03.2008