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Rationale

Unverändert hohe CRP-Werte trotz Antibiotika-Therapie können auf ein Therapieversagen oder auf eine sekundäre infektiöse Komplikation hinweisen (Höffken et al. 2005), da es einen belegten Zusammenhang zwischen Therapieerfolg und CRP-Abfall gibt (Huntemann & Lorenz o. J.). Bei einem Ausbleiben des CRP-Abfalls ist in diesem Fall eine Überprüfung der Diagnose und der begonnenen Therapie erforderlich. Als Änderung des diagnostischen oder therapeutischen Vorgehens werden beispielsweise Röntgenkontrollen oder ein Wechsel der antimikrobiellen Therapie verstanden. Bei Patienten der Risikoklasse 1 (0 Kriterien nach dem Risiko-Score CRB-65) kann es vorkommen, dass die CRP-Werte bei der Aufnahme nicht nennenswert erhöht sind bzw. sich der Gesundheitszustand innerhalb dieser Tage deutlich verbessert hat. In diesen Fällen muss der CRP-Wert nicht zwingend kontrolliert werden. Bei schwerer erkrankten Patienten der Risikoklassen 2 und 3 (1 bis 4 Kriterien nach dem Risiko-Score CRB-65) liegen in der Regel primär hohe CRP-Werte vor.

Erläuterung zum Risikoscore CRB-65:

Die Erfassung des CRB-65-Scores bei der Aufnahme ermöglicht eine Aussage über die Schwere der Pneumonie und zur Prognose (Lim et al. 2003; British Thoracic Society 2004; Höffken et al. 2005).

Folgende Kriterien sind Bestandteil des Scores CRB-65:

  • Ein Punkt für jedes befundete Kriterium:
    • Pneumoniebedingte Desorientierung (Mental Confusion)
    • Spontane Atemfrequenz >= 30 pro Minute (Respiratory rate)
    • Blutdruck (systolisch < 90 mmHg oder diastolisch <= 60 mmHg) (Blood pressure)
    • Alter >= 65 Jahre
  • CRB-65-Score: Summierung der Scorepunkte
    • 0 Sterblichkeit niedrig (1,20%)
    • 1 oder 2 Sterblichkeit mittel (8,15%)
    • 3 oder 4 Sterblichkeit hoch (31,00%) (Lim et al. 2003)

Beatmete Patienten werden immer in die Risikoklasse 3 eingeordnet.



Stand 31.03.2008