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Stellungnahmen zum QI

Referenzbereich von 100%:

Anfrage

Eine Einrichtung, welche bei diesem Indikator mit einer Rate von 87% auffällig wurde, hat einer Arbeitsgruppe Pneumonie beigelegte Stellungnahme übermittelt. Der angesprochene Kollege möchte explizit eine Stellungnahme auch der Arbeitsgruppe auf Bundesebene.

Antwort der BQS-Fachgruppe Pneumonie:

Die Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien wird bei den regulär entlassenen Patienten (mit den Entlassgründen 1, 2, 3, 13 und 14) gefordert. In den Studien von Halm et al. 1998 und 2002 konnte gezeigt werden, dass Patienten, die in klinisch stabilem Zustand aus der stationären Behandlung entlassen werden, ein niedrigeres Letalitätsrisiko aufweisen. Darüber hinaus ist eine stationäre Wiederaufnahme seltener erforderlich und diese Patienten erreichen häufiger das Aktivitätsniveau, das ihnen vor der Erkrankung möglich war. Zur Beurteilung der klinischen Stabilität ist deren Messung vor der Entlassung obligat. Diese Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien wird auch in der nationalen S3-Leitlinie von Höffken et al. (2005) und in internationalen Leitlinien (z.B. die British Thoracic Society BTS 2004) empfohlen.

Aus den Ausfüllhinweisen geht hervor, dass diese Untersuchungen an verschiedenen Tagen vor der Entlassung - und somit nicht zwingend am Entlasstag - durchgeführt werden können. Dies bedeutet, dass ein erreichter stabiler Wert während des Aufenthaltes bei fehlender Zustandsverschlechterung nicht noch einmal zusätzlich kontrolliert werden muss, wenn sich der Zustand des Patienten nicht verschlechtert hat und die Untersuchung somit medizinisch nicht erforderlich ist.

Den Referenzbereich in Richtung des erreichten Mittelwertes abzusenken, weil Krankenhäuser diese notwendige klinische Diagnostik nicht durchführen und sich demnach den ”schlechten“ Ergebnissen anzupassen, wird von den BQS-Fachgruppenmitgliedern als nicht sinnvoll angesehen. Die Messung dieser Kriterien zur Beurteilung der klinischen Stabilität der Patienten ist notwendig und zudem einfach zu erheben.

Für die Bundesauswertung 2007 wurde der Referenzbereich dieses Indikators von der BQS-Fachgruppe Pneumonie aus verfahrenstechnischen Gründen auf >= 95% als erreichbares Ziel festgelegt.



Stand 31.03.2008