Bedeutung des mit dem Qualitätsindikator erfassten Qualitätsmerkmals für die Patienten und das Versorgungssystem
Es besteht Konsens in der Literatur, dass dieses Gütekriterium eine
Grundvoraussetzung für den sinnvollen Einsatz von Qualitätsindikatoren
darstellt (z. B. McGlynn 2003, AWMF und ÄZQ 2001, JCAHO 2006).
Es wird auf eine Gewichtung der einzelnen Argumente (hohe
Fallzahl, hohe Kosten,...) für die Bedeutung eines Indikators
verzichtet, da es keine ausreichende Wissensbasis dafür gibt. Vielmehr
sollten alle Argumente unter Berücksichtigung der persönlichen
Expertise in die Bewertung mit einfließen. Bei positiver Bewertung muss
mindestens ein Argument erfüllt sein.
Definition
Der Indikator erfasst wesentliche Aspekte der Lebensqualität, Morbidität und/oder Mortalität. Die Bedeutung des Indikators kann z. B. begründet sein durch:
- die Häufigkeit und/oder Schweregrad eines unerwünschten Ereignisses (hohes Risiko)
- eine hohe Fallzahl im beobachteten Versorgungsbereich
- hohe Kosten
- eine bekannte oder vermutete hohe Versorgungsvariabilität
- ein insgesamt niedriges Versorgungsniveau
- die Erfassung wesentlicher Schritte des Behandlungsprozesses
- eine Änderung der Versorgung oder von Leitlinien
- eine Änderung der Rahmenbedingungen (z. B. Vergütung, Medizinische Versorgungszentren, Disease Management Programme) mit potenziellen Fehlanreizen für die Versorgung
- die Übereinstimmung mit nationalen/regionalen Zielen für die Qualität im Gesundheitsversorgungssystem
- ein hohes öffentliches Interesse, insbesondere der Patienten
Kernaussage
Folgende Aussage wird bewertet: "Der Indikator erfasst wesentliche Aspekte der Lebensqualität, Morbidität oder Mortalität.“
Informationsgrundlage für die Bewertung
Zur Bewertung der Kernaussage sollen möglichst viele relevante Informationen zusammengestellt werden. Informationsquellen können beispielsweise Daten aus der Qualitätssicherung (z. B. externe Qualitätssicherung der BQS), Daten aus Registern, epidemiologische Daten aus der Gesundheitsberichterstattung, administrative Routinedaten, Statistiken (z. B. Todesursachen-), nationale und internationale Publikationen sein. Weiterhin können die Bewerter Informationen aus ihrem Erfahrungsbereich (z. B. Qualitätszirkel, Selbsthilfeorganisationen) beisteuern.
Bewertungsprozess
Nachdem alle Bewerter die Informationsgrundlagen zur Kenntnis genommen und verstanden haben, bewerten sie die Kernaussage.
Eine detaillierte Prozessbeschreibung finden Sie hier.
Bewertungsstufen
1 = trifft nicht zu
2 = trifft eher nicht zu
3 = trifft eher zu
4 = trifft zu
Enthaltung