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ValiditätDie Inhaltsvalidität ist ein zentrales Gütekriterium für Indikatoren, was in jedem Fall in einer Evaluation bewertet werden muss. Eine mangelhafte Validität kann zu einer systematischen Verzerrung der Versorgungsbewertung führen, so dass der Qualitätsindikator nicht mehr ausreichend aussagekräftig ist. Eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Validität ist eine gute Reliabilität. Bei der Feststellung, was der Qualitätsindikator zu messen vorgibt, gilt es, sich ausschließlich auf den Versorgungsaspekt, der im Qualitätsindikator ausdrücklich abgebildet ist, zu beziehen. Eine umfassende Aussage zur Versorgungsqualität über alle diagnostischen und therapeutischen Prozesse eines Leistungserbringers nur durch einen Qualitätsindikator ist wünschenswert, aber definitiv nicht praktikabel. Deshalb beziehen sich Qualitätsindikatoren immer auf einzelne konkrete Versorgungsaspekte, die den Kriterien der Relevanz (s. Gütekriterium „Bedeutung des mit dem Qualitätsindikator erfassten Qualitätsmerkmals für die Patienten und das Versorgungssystem“) entsprechen sollten. Häufig wird im Sprachgebrauch die Aussage „dieser Indikator ist valide“ gleichgesetzt mit einer generellen methodischen Hochwertigkeit. Auch der Begriff „face validity“ soll wohl ausdrücken, dass der Indikator auf den ersten Blick qualitativ hochwertig erscheint. Ein objektives Maß für eine generelle methodische Hochwertigkeit eines Qualitätsindikators gibt es aber nicht. Die methodische Qualität kann nur Schritt für Schritt über die Anwendung der einzelnen Gütekriterien überprüft werden. Deshalb wird im QUALIFY-Instrument der Begriff Validität grundsätzlich in dem in der Definition genannten engen, klar definierten und praktisch überprüfbaren Sinn benutzt. Ursachen für mangelhafte Validität können vielfältig sein, als Beispiel sei ein BQS-Qualitätsindikator aus dem Versorgungsbereich Brustchirurgie „Entdeckte Malignome bei offenen Biopsien“ (Verfahrensjahr 2006) erwähnt: Dieser Indikator soll im Nenner die Anzahl der offenen Biopsien aus diagnostischen Gründen erfassen. Tatsächlich erfasst der Qualitätsindikator alle offenen Eingriffe ohne vorausgegangene Histologie, da offene Biopsien aus diagnostischen Gründen nicht über OPS-Codes oder die BQS-Dokumentation identifizierbar sind. Nicht jeder offene Eingriff ohne vorausgegangene Histologie ist aber ein diagnostischer Eingriff und auch offene Eingriffe mit vorausgegangener Histologie können in Einzelfällen diagnostischer Natur sein (z. B. Histologie-Befund der ersten Operation in Diskrepanz zum mammographischen Befund). Konkret bedeutet dies, dass dieser Indikator nicht exakt misst, was er messen soll und daher eine eingeschränkte Inhaltsvalidität hat. Diese mangelhafte Validität wurde im Verfahrensjahr 2007 der BQS dadurch behoben, dass offene Biopsien aus diagnostischen Gründen in der BQS-Dokumentation erfasst werden. In der Literatur werden neben der Inhaltsvalidität
weitere Aspekte der Validität benannt: Konstruktvalidität und
Kriteriumsvalidität. Konstruktvalidität wird z. B. von der Agency for
Healthcare Research and Quality (AHRQ) definiert als „The indicator
should be related to other indicators or measures intended to measure
the same or related aspects of quality.“ (www.ahrq.gov/clinic/epcsums/hcupqisum.htm).
Kriteriumsvalidität liegt vor, wenn die Messungen mit einer anderen
konstruktvaliden Messung (dem Kriterium) hoch korrelieren (http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/FORSCHUNGSMETHODEN/Guetekriterien.shtml).
Zur Überprüfung der Konstrukt- und Kriteriumsvalidität ist damit ein
Goldstandard erforderlich, der nicht zur Verfügung steht. Daher wird
auch international auf die Überprüfung dieser Kriterien in der Praxis
verzichtet. Die Bewertung der Validität erfolgt daher in QUALIFY mit
dem Blick auf die inhaltliche Validität. Weiterhin gibt es weitere Formen der Validität, die nicht
in Zusammenhang stehen mit den bisher genannten Formen: die interne und
externe Validität. Insgesamt ist festzustellen, dass insbesondere bei dem Gütekriterium Validität in der Literatur eine Vielzahl an verschiedenen und sich teilweise widersprechenden Definitionen herrscht. Die hier dargestellten Definitionen stellen daher nur einen Auszug dar. Definition Kernaussage Informationsgrundlage für die Bewertung Bewertungsprozess Eine detaillierte Prozessbeschreibung finden Sie hier. Bewertungsstufen
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