Zusammenfassung
Erkrankungen der zwischen der linken Herzkammer und der
Körperhauptschlagader (Aorta) gelegenen Aortenklappe gehören zu den
häufigsten Herzklappenerkrankungen. Als Ursache kommen degenerative
oder entzündliche Veränderungen der Herzklappe in Frage. Diese können
an der Herzklappe eine Verengung (Stenose), eine Undichtigkeit
(Insuffizienz) oder eine Kombination aus beidem hervorrufen. Die
Erkrankung kann über einen langen Zeitraum ohne Symptome bleiben. Die
Indikation zur Operation richtet sich nach der Art und dem Ausmaß der
Veränderungen an der Aortenklappe.
In diesem Leistungsbereich werden ausschließlich Patienten betrachtet,
die sich einem isolierten Ersatz der Aortenklappe am stillstehenden
Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine unterziehen mussten. Für
die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden zwei Qualitätsziele
ausgewählt, die Aspekte der Ergebnisqualität betrachten.
Bei der Untersuchung zum Qualitätsindikator Letalität wurde die
In-Hospital-Letalität, also der Anteil der Patienten, die postoperativ
im Krankenhaus verstarben, erfasst. Die Gesamtletalität lag bei 3,48%.
Patienten mit elektiver oder dringlicher (nicht notfallmäßiger)
Operationsindikation hatten mit 2,98% ein etwas geringeres Risiko, im
Krankenhaus zu versterben. Im Vergleich mit Daten aus der
wissenschaftlichen Literatur zeigt sich hier nach Auffassung der
Fachgruppe Herzchirurgie eine gute Versorgungsqualität. Die Fachgruppe
hat als Referenzbereich die 95%-Perzentile der Krankenhausergebnisse
für die Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher
Operationsindikation festgelegt. Dies führt dazu, dass drei
Krankenhäuser auffällig werden, die eine In-Hospital-Letalität über
7,7% dokumentiert haben. Diese sollen im Rahmen des Strukturierten
Dialoges um eine Stellungnahme gebeten werden.
Die postoperative Mediastinitis stellt eine seltene, aber schwere und
potenziell tödliche Komplikation nach herzchirurgischen Eingriffen dar.
Unter einer Mediastinitis versteht man eine tiefe, das Sternum
(Brustbein) und das Mediastinum, die hinter dem Brustbein gelegene
Brusthöhle, umfassende Wundinfektion. Für den Krankenhausvergleich ist
zu berücksichtigen, dass Patienten unterschiedliche Risiken für die
Entwicklung einer postoperativen Wundinfektion aufweisen können. Daher
wurde für die Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator eine
Risikoadjustierung anhand einer international gebräuchlichen
Klassifikation durchgeführt. Die Gesamtrate der postoperativen
Mediastinitis lag bei 0,38%. Dieses Ergebnis spricht nach Auffassung
der Fachgruppe für eine sehr gute Versorgungsqualität in den deutschen
Herzzentren. In der Risikoklasse 0 (Patienten ohne Risikofaktoren für
eine postoperative Mediastinitis) traten lediglich drei Fälle in zwei
Krankenhäusern auf. Die Auslösung eines Strukturierten Dialogs auf der
Basis dieses Qualitätsindikators allein ist daher nicht sinnvoll. Die
Fachgruppe wird jedoch die Ergebnisse dieser beiden Krankenhäuser im
Rahmen einer Zeitreihenanalyse weiter beobachten.