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Zusammenfassung

Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) gehört zu den Standardeingriffen in allgemein- und viszeralchirurgischen Krankenhausabteilungen. Die Operation ist indiziert bei Vorliegen von symptomatischen Gallensteinen oder bei einer Entzündung der Gallenblase. Heutzutage werden über 90% der als Wahleingriffe (elektive Operation) durchgeführten Cholezystektomien als laparoskopische Operationen in so genannter „Schlüssellochtechnik“ durchgeführt.

In die Auswertung der nachfolgend beschriebenen Qualitätsindikatoren gingen ausschließlich Patienten ein, die sich einer isolierten Operation der Gallenblase unterzogen haben.

Der Qualitätsindikator „Selten fragliche Indikation zur Cholezystektomie“ betrachtet, ob die Indikationsstellung leitlinienkonform erfolgt ist. Es wurden alle operierten Patienten mit uncharakteristischen Schmerzen im rechten Oberbauch erfasst, bei denen weder ein Gallestau noch ein sicherer Nachweis von Gallensteinen oder akute Entzündungszeichen vorlagen. Die Rate von Cholezystektomien mit fraglicher Operationsindikation gemäß dieser Definition lag bei 1,89%.

Dieser Anteil von Patienten mit fraglicher Operationsindikation spiegelt nach Auffassung der Fachgruppe eine insgesamt gute Versorgungsqualität wider. Bemerkenswert ist allerdings die Spannweite der Krankenhausergebnisse, die von 0,0 bis 42,5% reicht. Dies bedeutet, dass in einem Krankenhaus bei 42,5% der operierten Patienten die geforderten Indikationskriterien als nicht erfüllt dokumentiert wurden.

55 auffällige Krankenhäuser von insgesamt 1.102 Krankenhäusern, deren Ergebnisse oberhalb der 95%-Perzentile der Spannweite der Krankenhausergebnisse lagen (>5,8%), sollen im Rahmen des Strukturierten Dialoges auf Landesebene um Stellungnahme gebeten werden.

Neben der Indikationsstellung zur Operation wurde in der Bundesauswertung 2003 auch die Rate der Reinterventionen betrachtet. Eine Reintervention ist ein erneuter operativer oder interventioneller Eingriff nach einer Operation wegen postoperativ aufgetretenen Komplikationen. Typische Gründe für eine Reintervention nach Cholezystektomie sind belassene Gallengangsteine, Gallengangverletzungen, Blutungen und Entzündungen.

Die Auswertung zum Qualitätsziel „Geringe Reinterventionsrate“ ergab, dass bei 1,83% aller Cholezystektomien bzw. 1,56% der laparoskopisch begonnenen Eingriffe während desselben stationären Aufenthaltes eine erneute Operation durchgeführt werden musste. Dieses Ergebnis spricht für eine sehr gute Versorgungsqualität in deutschen Krankenhäusern.


Allerdings ist auch hier eine erhebliche Spannweite der Krankenhausergebnisse mit Reinterventionsraten von 0,0 bis 20,0% zu beobachten.

In 355 von 1.056 Krankenhäusern, die mehr als 20 laparoskopische Cholezystektomien im Jahr 2003 durchgeführt haben, lag die Reinterventionsrate außerhalb des von der Fachgruppe festgelegten Referenzbereiches von ≤2%.

Diese Krankenhäuser sollen im Strukturierten Dialog auf Landesebene um Stellungnahme gebeten werden.