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Qualitätsziel

Geringe Reinterventionsrate in Abhängigkeit vom OP-Verfahren

Qualitätsindikator

Eine Reintervention ist ein erneuter operativer oder interventioneller Eingriff nach einer Operation wegen postoperativ aufgetretenen Komplikationen. Typische Gründe für eine Reintervention nach Cholezystektomie sind belassene Gallengangsteine, Gallengangverletzungen, Blutungen und Entzündungen.

Die Rate der Reinterventionen ist eine Kennzahl für schwerwiegende Frühkomplikationen, die in wissenschaftlichen Untersuchungen zur Bewertung eines Operationsverfahrens herangezogen wird (Shea et al. 1996).

Aus der Literatur ist bekannt, dass die operative Ausgangssituation einen Einfluss auf die Reinterventionsrate hat. Zum Beispiel ist bei elektiv durchgeführten Cholezystektomien die Reinterventionsrate geringer als bei akuten Eingriffen. Bei laparoskopisch durchgeführten Cholezystektomien ist seltener eine Reintervention erforderlich als bei offenen Operationen (Ludwig et al. 2001). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Schweregrad der Komplikation, die zur Reintervention führt, in der Auswertung nicht erfasst wird.

Bei der Bewertung der Ergebnisse der Bundesauswertung 2003 zu diesem Qualitätsindikator lag der Schwerpunkt der Betrachtung auf der Gruppe der Patienten mit laparoskopisch begonnener Operation. Angesichts der Tatsache, dass heute mehr als 85% aller Cholezystektomien laparoskopisch begonnen werden, ist davon auszugehen, dass bei den offen- chirurgischen Eingriffen eine primär negative Selektion des Patientenkollektivs vorliegt.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten mit laparoskopisch begonnener Operation und mit Ausschluss von Patienten mit nach Sonderentgelt vergüteten Operationen

Zähler: Patienten mit erforderlicher Reintervention wegen Komplikationen

Erläuterung der Rechenregel: Die Operationsart wird anhand der OPS-Kodierung unterschieden.
Laparoskopisch begonnen: OPS 5-511.1y, 5-511.11, 5-511.2y und 5-511.21
Offen-chirurgisch: OPS 5-511.0y und 5-511.01

Referenzbereich

Referenzbereich:
Für Patienten mit laparoskopisch begonnener Operation: ≤2%

Erläuterung zum Referenzbereich: Orientierung an Ergebnissen einer Metaanalyse (Höbling et al. 1995)

Bewertung

Im Vergleich zu den in der Literatur publizierten Daten kann sowohl die Reinterventionsrate bei allen Eingriffen von 1,83% als auch die Rate von 1,56% bei laparoskopischen Cholezystektomien als Ausdruck sehr guter Versorgungsqualität gewertet werden.

Die Spannweite der Ergebnisse ist jedoch sowohl für Krankenhäuser mit hoher als auch mit niedriger Fallzahl erheblich und reicht bei Krankenhäusern mit mehr als 20 laparoskopisch begonnenen Operationen von 0,0 bis 20,0%. In 355 von 1.056 Krankenhäusern, die mehr als 20 Fälle im Jahr 2003 dokumentiert haben, lag die Reinterventionsrate außerhalb des von der Fachgruppe festgelegten Referenzbereichs von 2%. Diese Krankenhäuser sollen im Strukturierten Dialog auf Landesebene um Stellungnahme gebeten werden.