Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Geringe Azidoserate bei reifen lebendgeborenen Einlingen mit Nabelarterien-pH-Bestimmung

Qualitätsindikator

Vandenbussche et al. (1999) haben für die Einteilung der Nabelarterien-pH-Werte eine Klassifikation empfohlen:

  • normal, wenn der pH-Wert größer als 7,11 ist,
  • grenzwertig, wenn der pH-Wert zwischen 6,99 und 7,11 liegt,
  • kritisch, wenn der pH-Wert kleiner als 6,99 ist.

Das Unterschreiten des Wertes 7,00 ist gehäuft mit anhaltenden schwerwiegenden Störungen der Adaptation des Kindes sowie mit einem Anstieg von Sterblichkeit und Morbidität verknüpft (Goldaber et al. 1991; ACOG 1998).

98% der routinemäßig gemessenen pH-Werte liegen im Normbereich von größer als 7,11 oder im Grenzbereich von 6,99 bis 7,11. Bei 90% der Kinder mit pH-Werten unterhalb von 6,99 zeigen sich keine permanenten Konsequenzen (Vandenbussche et al. 1999). In etwa 70% ist eine neonatale Enzephalopathie Folge von Ereignissen, die vor dem Einsetzen der zur Geburt führenden Wehen liegen (ACOG/ AAP 2003).

Obwohl die pH-Messung nur einen Teil der kindlichen Gefährdungen anzeigt und obwohl die Azidoserate mit dem Auftreten kindlicher Schädigungen nur gering korreliert, hält die Fachgruppe diesen Qualitätsindikator für die externe Qualitätssicherung weiterhin für geeignet, da die Ergebnisse nützliche Hinweise auf die Qualität des geburtshilflichen Managements geben. Der Qualitätsindikator ist geeignet, Auffälligkeiten anzuzeigen, die Auslöser für einen qualitätsverbessernden Strukturierten Dialog sind.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Lebendgeborene reife Einlinge (37+0 bis unter 42+0 Wochen) mit Nabelarterien-pH-Bestimmung

Zähler: Azidose (pH <7,00)

Erläuterung der Rechenregel: Bezugsebene ist der Teildatensatz Kind.

Referenzbereich

Referenzbereich: <0,3% (75%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Der Anteil von Kindern mit einem Nabelarterien-pH-Wert von unter 7,00 soll möglichst gering sein.

Für diesen Qualitätsindikator sind Perzentil-Werte als Grenze gewählt worden, weil evidenzbasierte Kriterien für die Festlegung fixer Werte fehlen. Die Festlegung der Perzentilwerte ist teilweise mit Blick auf die Ergebnisse der Bundesauswertung 2002 erfolgt, da hier die besten verfügbaren Versorgungsdaten für den Auffälligkeitsbereich vorlagen.

Bewertung

Bei 1.004 Kindern (0,20%) wurde ein pH-Wert von unter 7,00 dokumentiert. Dieses Ergebnis wird ausgehend von der klinischen Erfahrung von der Fachgruppe als gute Versorgungsqualität interpretiert.

Von 920 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen in dieser Grundgesamtheit liegen 230 Krankenhäuser mit ihren Ergebnissen außerhalb des Referenzbereichs. Diese Krankenhäuser sollen um eine Stellungnahme gebeten werden. Krankenhäuser, die über mehrere Jahre eine Rate von 0% dokumentiert haben, sollen ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten werden, da hier möglicherweise die Dokumentationsqualität hinterfragt werden muss.