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Zusammenfassung

Bei operativen Entfernungen von Eileitern, Eierstöcken oder der Gebärmutter ist u.a. die Indikationsstellung für die Qualität der Versorgung von großer Bedeutung und wird deshalb bei der BQS anhand methodisch hochwertiger Qualitätsindikatoren abgebildet. Aus dem stationären Bereich wurden bei der BQS im Jahr 2003 Daten zu 186.736 gynäkologischen Operationen aus 1.066 Krankenhäusern ausgewertet. Die Fachgruppe hat im BQS-Qualitätsreport drei Qualitätsindikatoren ausführlich bewertet, die die Indikationsstellung und die Prozessqualität betrachten.

Indikation bei Eingriffen am Eierstock (Ovar): Funktionszysten am Ovar sind häufige Zufallsbefunde bei Frauen im geschlechtsreifen Alter. In den meisten Fällen verursachen sie keine Beschwerden und bilden sich spontan zurück. Selten erfordern sie allerdings eine operative Behandlung, so bei schmerzhaften Einblutungen oder bei Torsionen des Ovars. Gelegentlich bleibt die klinische Differenzierung des „Ovarialtumors“ auch unklar, so dass eine operative Klärung notwendig wird. In Deutschland wurden in 28,45% der Eingriffe am Ovar Funktionszysten diagnostiziert oder aber es fehlte ein histologischer Befund. Die Fachgruppe sieht hier ein Problem der Überversorgung, obwohl es keinen absoluten Referenzbereich für diese Rate gibt. Sie empfiehlt deshalb, bei den 174 Krankenhäusern mit überdurchschnittlichen Raten die Indikationsstellung bei zystischen Eierstockbefunden zu analysieren.

Indikation bei Hysterektomie: Die operative Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) erfolgt am häufigsten wegen gutartiger Muskelknoten (Leiomyome) oder Blutungsstörungen. Da sie ernsthafte Komplikationen zur Folge haben kann und den definitiven Verlust der Fruchtbarkeit bedeutet, sollten zunächst Behandlungsalternativen im Einvernehmen mit der Patientin ausgeschöpft werden. In Deutschland wurden im Jahr 2003 2.482 Hysterektomien bei Frauen unter 35 Jahren mit gutartiger Grunderkrankung in 984 von insgesamt 1.027 Krankenhäusern dokumentiert. Da zwingende Gründe für eine Hysterektomie sehr selten sind, soll nach Ansicht der Fachgruppe eine Überprüfung der Indikation in jedem Einzelfall angestrebt werden.

Thromboseprophylaxe bei Hysterektomie: Nach Hysterektomien bei Frauen ab 40 Jahren besteht ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose oder Lungenembolie. Diesen gefürchteten Komplikationen kann effektiv vor allem durch medikamentöse Maßnahmen vorgebeugt werden. Eine durchschnittliche Prophylaxerate im Jahr 2003 von 98,04% spricht für ein hohes Versorgungsniveau. Da eine medikamentöse Prophylaxe bei allen Patientinnen angewendet werden darf, wurde der Referenzwert bei 100% festgelegt.

Im Verfahrensjahr 2004 wird die externe Qualitätsdarstellung zusätzlich zu Entfernungen von Eileitern und Eierstöcken auch organerhaltende Eingriffe erfassen. Dadurch soll die Aussagekraft der Krankenhausergebnisse verbessert werden. Als nächster Schritt zu diesem Ziel ist eine Einbeziehung auch ambulant durchgeführter Eingriffe anzustreben.