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Qualitätsziel

Möglichst selten Schrittmacher-Aggregatwechsel wegen vorzeitiger Batterieerschöpfung

Qualitätsindikator

Die Behandlung von Herzschrittmacherpatienten beinhaltet regelmäßige Nachkontrollen des Schrittmachers. Dabei werden routinemäßig auch die Austauschkriterien überprüft. Diese Kriterien können z.B. die Stimulationsfrequenz unter Magnetauflage, das Stimulationsintervall, die Impulsdauer, die Batteriespannung oder der Batterieinnenwiderstand sein. Der für einen Schrittmacher spezifisch empfohlene Austauschindikator wird ERI (Elective Replacement Indicator) genannt. Erreicht der ERI einen Schwellenwert, muss ein elektiver Wechsel eingeleitet werden (Fischer & Ritter 1997). Ein anderer, dem ERI vorgeschalteter Batterieerschöpfungsindikator, ist der IFI (Intensified Follow-up-Indicator), der dazu führen sollte, die Kontrolluntersuchungsabstände zu verkürzen. Eine langfristige Vorhersage des genauen Zeitpunkts der kompletten Batterieerschöpfung, auch EOL (End of Life) genannt, ist meist nicht möglich (Kindermann et al. 2001a).

Fabrikationsfehler von Komponenten des Schrittmacheraggregats (z.B. der Batterie) oder Mängel der Implantationstechnik (z.B. ein Isolationsdefekt oder die Akzeptanz einer Sondenlage mit hohen Reizschwellen) können zu einer vorzeitigen Batterieerschöpfung führen, die deutlich vor dem regulären EOL eines Schrittmachers liegt. Hohe Reizschwellen lassen eine frühe Batterieerschöpfung erwarten. Sicheres Kennzeichen für ein EOL ist ein deutlicher Abfall der Batteriespannung bzw. ein Anstieg des Batterieinnenwiderstandes.

In der kumulierten Betrachtung der Jahre 1982 bis 2003 des Dänischen Herzschrittmacherregisters kamen auf insgesamt 6.595 Aggregatwechsel 167 Wechsel (2,5%) wegen vorzeitiger Batterieerschöpfung (Møller & Arnsbo 2003).

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten mit Reizschwellen ≤2V oder mit nicht gemessener Reizschwelle bei gültiger Angabe eines implantierten Ein- oder Zweikammersystems

Zähler: Patienten mit Indikation „Vorzeitige Batterieerschöpfung vor Ablauf der Garantiezeit“ zum Schrittmacher-Aggregatwechsel

Referenzbereich

Erläuterung des Referenzbereichs: Außerhalb einer Rückrufaktion ist ein häufiger Grund für einen vorzeitigen Aggregatwechsel der Anstieg der Reizschwelle. Bei normaler Reizschwelle ist ein vorzeitiger Aggregatwechsel nur dann indiziert, wenn Isolationsdefekte der Sonden vorkommen oder bei der Programmierung der Stimulationsparameter unverhältnismäßige Sicherheitsmargen eingestellt werden. Die Fachgruppe Herzschrittmacher empfiehlt den Strukturierten Dialog bei jedem gemeldeten Fall mit vorzeitiger Batterieerschöpfung bei normaler Reizschwelle.

Bewertung

Das Gesamtergebnis zeigt, dass 2,95% Patienten mit der Indikation „Vorzeitige Batterieerschöpfung vor Ablauf der Garantiezeit“ zum Schrittmacher-Aggregatwechsel Patienten mit einer normalen Reizschwelle ≤2V waren. Dieses Ergebnis lag höher als im internationalen Vergleich erwartet (Møller und Arnsbo 2003). Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung der Patienten und zu höheren Kosten. Da es sich ursächlich um Hardwareprobleme oder fehlerhafte Programmierungen handeln kann, ist die Überprüfung jedes Einzelfalls (Sentinel Event) im Strukturierten Dialog gerechtfertigt. Zur Ursachenabklärung wird der LQS folgender Fragenkatalog vorgeschlagen:

  1. Welche Hersteller und Schrittmacher- bzw. Sondentypen wurden wegen vorzeitiger Batterieerschöpfung auffällig?
  2. Handelte es sich um prophylaktische Wechsel wegen Rückrufs (Recall) des Schrittmachers oder der Sonde(n)?
  3. Lag ein Aggregat- oder Sondendefekt vor?
  4. Wie hoch war die Reizschwelle des explantierten Systems?
  5. Welche Stimulationsparameter des explantierten Systems wurden verwendet?

Die Fachgruppe betont die Bedeutung eines Feedbacks der Ergebnisse des Strukturierten Dialogs auf die Bundesebene, da v.a. auf dieser Ebene eine zusammenfassende Bewertung möglicher Produkt- oder Versorgungsprobleme möglich ist.