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Zusammenfassung

Die Überlebensrate für Herzschrittmacherpatienten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen. Mit steigender Lebenserwartung der Schrittmacherträger steigt auch die Anforderung an die Laufzeit (Funktionszeit) des Schrittmacheraggregats, da die Zahl der Wechseloperationen klein gehalten werden soll. Die Laufzeit eines Schrittmacheraggregats ist abhängig von der nutzbaren Batteriekapazität und von seinem Energieverbrauch. Ausreichende, aber nicht in jedem Einzelfall zufrieden stellende Laufzeiten sind 5 bis 6 Jahre für ein Zweikammersystem und 7 bis 8 Jahre für ein Einkammersysterm.

Gelegentlich können bestimmte Kennwerte des Schrittmachers aber auch eine vorzeitige Batterieerschöpfung ankündigen. Fabrikationsfehler von Komponenten des Schrittmacheraggregats (z.B. der Batterie) oder Mängel der Implantationstechnik (z.B. ein Isolationsdefekt oder die Akzeptanz einer Sondenlage mit hohen Reizschwellen) können zu einer solchen vorzeitigen Batterieerschöpfung führen.

Von der Fachgruppe Herzschrittmacher wurden acht Qualitätsziele definiert, von denen zwei für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport ausgewählt wurden. Die ausgewählten Qualitätsindikatoren betrachten die Indikationsstellung und die Laufzeit der Aggregate.

Das Gesamtergebnis des Qualitätsindikators zur Indikationsstellung zeigt, dass bei 2,95% (337 von 11.418) der Patienten mit normaler Reizschwelle (≤2 V) ein Schrittmacher-Aggregatwechsel mit der Indikation „Vorzeitige Batterieerschöpfung vor Ablauf der Garantiezeit“ erfolgte. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug 0,0 bis 23,7%.

Dieses Ergebnis lag höher als im internationalen Vergleich erwartet.

Bei normaler Reizschwelle ist ein vorzeitiger Aggregatwechsel nur dann indiziert, wenn Isolationsdefekte der Sonden vorkommen oder bei der Programmierung der Stimulationsparameter unverhältnismäßige Sicherheitsmargen eingestellt werden. Eine vorzeitige Operation führt zu einer zusätzlichen Belastung der Patienten und zu höheren Kosten. Die Fachgruppe Herzschrittmacher hat hier deshalb einen Sentinel-Event-Indikator festgelegt, d.h. sie empfiehlt den Strukturierten Dialog bei jedem der 337 gemeldeten Fälle mit vorzeitiger Batterieerschöpfung bei normaler Reizschwelle.

Bei 84,61% der Einkammersysteme wurde eine Laufzeit von über 6 Jahren erreicht (Spannweite der Krankenhausergebnisse 45,5 bis 100,0%). Bei den Zweikammersystemen lag dieser Wert nur bei 69,42% (Spannweite 36,6% bis 90,0%). Bei den Einkammersystemen lagen 2 von 26 Krankenhäusern und bei den Zweikammersystemen 4 von 46 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen außerhalb des Referenzbereichs (10%-Perzentile).

Da die genannten Parameter beeinflussbar sind, wird gefordert, dass in allen Handlungsebenen – bei den behandelnden Ärzten durch optimierte Programmierung und bei der Herzschrittmacherindustrie durch Produktoptimierung – eine Verlängerung der Laufzeit angestrebt wird. Mit den außerhalb des Referenzbereichs liegenden Krankenhäusern soll im Strukturierten Dialog über Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert werden.