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Qualitätsziel

Möglichst hohe intrakardiale Signalamplituden

Qualitätsindikator

Die Wahrnehmung elektrischer Eigenaktivität des Herzens und die Abgabe elektrischer Stimulationsimpulse an das Herz stellen die grundlegenden Aufgaben des Herzschrittmachers dar. Wichtiges Kriterium für die Wahrnehmung des intrakardialen Signals ist die Signalamplitude. Ist die Wahrnehmungsschwelle, also die Mindestempfindlichkeit des Schrittmachers, die zur Wahrnehmung des Signals bei gegebener Amplitude nötig ist, zu niedrig, können Störsignale (z.B. von der Skelettmuskulatur) fälschlicherweise als Eigenaktivität des Herzens gedeutet werden und zu einer unerwünschten Ausschaltung des Stimulationsimpulses führen. Anzustreben ist daher eine niedrige Empfindlichkeitseinstellung, die eine hohe Signalamplitude voraussetzt.

In zahlreichen Studien ist der Einfluss von Material, Beschichtung und Fixation auf die elektrophysiologischen Kennwerte untersucht worden (z.B. Shandling et al. 1990, de Buitleir et al. 1990, Svensson et al. 1994, Gumbrielle et al. 1996, Rusconi et al. 1998, Cornacchia et al. 2000). Messungen während der Operation werden mit Reizschwellenmessgeräten durchgeführt. Es ist zu beachten, dass Ergebnisse verschiedener Messgeräte unter Umständen nicht ohne weiteres vergleichbar sind (Fischer & Ritter 1997). Fischer und Ritter unterscheiden zwischen optimalen und akzeptablen Werten (nach mehreren Platzierungsversuchen). Optimal in diesem Sinne ist für die P-Welle im Vorhof ≥3mV, akzeptabel ≥2mV. Optimal für die R-Amplitude im Ventrikel ist demzufolge ≥10mV, akzeptabel ≥6mV.

Die Fachgruppe Herzschrittmacher hat in Anlehnung an die gültigen Empfehlungen (Markewitz et al. 1994) anzustrebende Grenzbereiche der intrakardialen Signalamplituden von ≥1,5mV bei Vorhofelektroden und ≥4mV bei Ventrikelsonden festgelegt. Ziel ist es, möglichst oft diese Grenzwerte zu erreichen bzw. zu überschreiten.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Vorhofsonden mit gültiger Amplitude außer VDD-Sonden

Zähler: Vorhofsonden mit Amplitude ≥1,5mV

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥80%

Erläuterung zum Referenzbereich: Orientiert an der Empfehlung der AG Schrittmacher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (Markewitz et al. 1994) wurde für Vorhofsonden ≥1,5mV als anzustrebender Wert von der Fachgruppe festgelegt. Da es keine Anhaltswerte in der Literatur gibt, wie oft eine Signalamplitude über dieser Grenze liegen sollte, wurde die 80%-Grenze von der Fachgruppe als Referenzbereich ausgewählt. Damit sind alle Krankenhausergebisse, bei denen weniger als 80% der Vorhofsonden unter 1,5mV Amplitude aufweisen, als auffällig zu werten.

















Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Ventrikelsonden mit gültiger Amplitude außer bei Patienten mit SM-Abhängigkeit

Zähler: Ventrikelsonden mit Amplitude ≥4mV

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥90%

Erläuterung zum Referenzbereich:Orientiert an der Empfehlung der AG Schrittmacher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (Markewitz et al. 1994) wurde für Ventrikelsonden ≥4mV als anzustrebender Wert von der Fachgruppe festgelegt. Da es keine Anhaltswerte in der Literatur gibt, wie oft eine Signalamplitude über dieser Grenze liegen sollte, wurde die 90%-Grenze von der Fachgruppe als Referenzbereich ausgewählt. Das heißt alle Krankenhausergebisse, bei denen weniger als 90% der Ventrikelsonden unter 4 mV Amplitude aufweisen, sind als auffällig zu werten.

Bewertung

Die Gesamtergebnisse von 89,88% Vorhofsonden mit einer Signalamplitude ≥1,5 mV und 97,81% Ventrikelsonden mit einer Signalamplitude ≥4 mV liegen im oberen Referenzbereich. Diese Raten sind als gutes Ergebnis der Schrittmacherversorgungsqualität in Deutschland zu bewerten.

Für die Signalamplitude bei Vorhofsonden betrug die Spannweite der Krankenhausergebnisse mit mindestens 20 Fällen 40,0 bis 100,0%. Nicht im Referenzbereich lagen 53 von 470 Krankenhäusern, bei Krankenhäusern unter 20 Fällen waren 66 von 381 Krankenhäusern auffällig.

Für die Signalamplitude bei Ventrikelsonden lag die Spannweite der Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen bei 46,2 bis 100,0%. Nicht im Referenzbereich lagen 24 von 591 Krankenhäusern, bei Krankenhäusern unter 20 Fällen waren es 39 von 287.