Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Zusammenfassung

Probleme mit dem Herzschrittmacheraggregat, wie z.B. Fehlfunktion, Infektion, Perforation oder Probleme mit den Sonden wie z.B. Sondenbruch oder -dislokation, machen in der Regel einen Revisionseingriff erforderlich. Da eine Verlaufsbeobachtung der Herzschrittmacher-Erstimplantationen in der externen Qualitätssicherung derzeit nicht möglich ist, werden ersatzweise die Daten der Revisionsoperationen für die Betrachtung der Ergebnisqualität der Erstimplantationen näher analysiert.

Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, welche für die Ergebnisqualität die Infektion und für die Prozessqualität die Reizschwellenbestimmung betrachten.

Infektionen stellen eine seltene, aber ernste Komplikation der Schrittmacherimplantation dar. Die Infektion kann die Aggregattasche und/oder die Sonden im Verlauf der Venen bzw. im Herzen selbst betreffen.

Das Gesamtergebnis von 0,36% aufgetretener Infektionen bezogen auf das eigene Implantationsvolumen eines Krankenhauses kann auch im internationalen Vergleich als gut gewertet werden. Die Analyse der Krankenhausergebnisse zeigt jedoch, dass 59 von 549 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen bzw. 7 von 45 Krankenhäusern mit weniger als 20 Fällen eine Rate oberhalb des Referenzbereichs berichteten. Die Analyse im Rahmen des Strukturierten Dialogs sollte Fragen zur Strukturqualität (z.B. Ort der Operation) und Prozessqualität (z.B. Operationsdauer, Antibiotikagabe) des vorausgegangenen Eingriffs bzw. zum Risikoprofil der betroffenen Patienten beinhalten. Ergänzend sollten der Zeitpunkt des Auftretens der Infektion und der verursachende Keim erfragt werden.

Die Wahrnehmung elektrischer Eigenaktivität des Herzens und die Abgabe elektrischer Stimulationsimpulse an das Herz stellen die grundlegenden Aufgaben des Herzschrittmachers dar. Wichtiges Kriterium für die Stimulationsantwort ist die Reizschwelle. Sie ist definiert als die minimale Menge an elektrischer Spannung, die das Herz zu erregen vermag. Grundsätzlich ist es anzustreben, auch bei Sondenrevisionsoperationen immer eine intraoperative Reizschwellenbestimmung durchzuführen und so die Funktionsfähigkeit der Sonden zu überprüfen.

Das Gesamtergebnis von 84,69% bei Vorhofsonden bzw. 89,94% bei Ventrikelsonden, für die die Reizschwelle bestimmt wurde, ist in Anbetracht der betrachteten Grundgesamtheit zu niedrig. Es sollten die Gründe für eine fehlende Angabe der Reizschwelle im Strukturierten Dialog hinterfragt werden. Der Referenzbereich (≥5%-Perzentile) ließ sich nicht bestimmen, da lediglich vier Krankenhäuser (Vorhofsonden) bzw. acht Krankenhäuser (Ventrikelsonden) mindestens 20 Fälle in der Grundgesamtheit für diesen Indikator hatten. Ersatzweise wurde hier das Minimum (>75,0% bei Vorhofsonden bzw. >90,5% bei Ventrikelsonden) als Grenze für den Referenzbereich herangezogen. Wegen der Bedeutung des Indikators für die Prozessqualität sollte der Strukturierte Dialog auch mit Krankenhäusern mit weniger als 20 Fällen in der Grundgesamtheit und Ergebnissen außerhalb des Referenzbereichs geführt werden.