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Qualitätsziel

Selten Endoprothesenluxation

Qualitätsindikator

Die frühe Luxation der endoprothetisch versorgten Hüfte ist eine schwerwiegende Komplikation. Sie ist schmerzhaft und verzögert den Heilungsverlauf.

Durch verlängerte Immobilisation besteht eine erhöhte Gefahr für das zusätzliche Auftreten von Komplikationen wie Thrombose, Lungenembolie oder Dekubitus. Luxationsfolgen können zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Patienten führen. Bei wiederholter Luxation muss eine Revisionsoperation diskutiert werden.

Eine epidemiologische Studie (Mahomed et al. 2003) und eine Metaanalyse (Saleh et al. 2003) belegen, dass bei Wechseleingriffen höhere Komplikationsraten beobachtet werden als bei Primäreingriffen. Dies gilt insbesondere für die Luxation. Ursächlich hierfür ist u.a. eine aufgrund ausgedehnter Präparation geschwächte Weichteilführung des Hüftgelenkes. Die Spannweite der Ergebnisse der Studien, die Eingang in die Metaanalyse fanden, beträgt 1,02 bis 36,84% (Saleh et al. 2003).
Kinkel et al. (2003) geben für 169 Patienten mit Prothesenwechsel aufgrund aseptischer Lockerung der künstlichen Hüfte eine Luxationsrate von 8,3% bezogen auf die ersten drei postoperativen Wochen an. 

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten

Zähler: Patienten mit Endoprothesenluxation

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤9,1% (95%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Da evidenzbasierte Literaturergebnisse über zu tolerierende Endoprothesenluxationsraten nicht zur Verfügung stehen, hat die Fachgruppe hier die 95%-Perzentile als Referenzbereich festgelegt.

Bewertung

Die Gesamtrate der Endoprothesenluxationen betrug 3,12%. Diese Rate ist im internationalen Vergleich als Ausdruck einer guten Versorgungsqualität zu werten, auch wenn Angaben in der Literatur wegen der unterschiedlichen Beobachtungszeiträume nur eingeschränkt mit den vorliegenden Daten verglichen werden können. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse war mit 0,0 bis 14,3% erheblich. Zwei Krankenhäuser lagen außerhalb des von der Fachgruppe festgelegten Referenzbereichs von ≤9,1% (95%-Perzentile). Mit diesen Krankenhäusern ist auf der Landesebene ein Strukturierter Dialog zu führen.