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Zusammenfassung

Hüftgelenknahe Oberschenkelfrakturen sind häufige Verletzungen im höheren Lebensalter. Sie stellen für ältere Patienten nicht nur eine Einschränkung ihrer Selbstständigkeit im Alltag, sondern häufig auch eine Lebensbedrohung dar. Ziel der Therapie ist die schnelle Wiederherstellung der Mobilität und Belastbarkeit des Patienten, um die Rückkehr auf das präoperative Aktivitätsniveau zu erreichen.

Unter Berücksichtigung individueller patienten- und frakturbedingter Anforderungen kommen hüftkopferhaltende Behandlungsverfahren (Osteosynthese) oder Gelenkersatzverfahren (Endoprothese) zum Einsatz.

Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, welche die Prozessqualität und die Ergebnisqualität betrachten.

Eine verzögerte operative Behandlung nach einer immobilisierenden Verletzung wie der Schenkelhalsfraktur ist mit höherer Sterblichkeit und Komplikationsrate verbunden. Aber nicht alle Patienten können – etwa aufgrund eines schlechten Allgemeinzustandes – sofort operiert werden. Deshalb wurden im Sinne einer Risikostratifizierung für Patienten mit relativ gutem Allgemeinzustand (ASA-Klassen 1 und 2) gesonderte Raten berechnet.

Insgesamt wurden 58,85% aller Patienten mit einer Schenkelhalsfraktur innerhalb der ersten 24 Stunden nach Krankenhausaufnahme operativ versorgt.

Bei den Patienten mit niedrigem Risikoprofil (ASA-Klassen 1 und 2), die hüftkopferhaltend operiert wurden, erfolgte die Operation in 78,98% der Fälle innerhalb der ersten 24 Stunden. Diese Rate ist niedriger als erwartet.

Bei der Festlegung des Referenzbereichs von ≥95% für osteosynthetisch versorgte Patienten mit niedrigem Risikoprofil hat die Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie berücksichtigt, dass medizinisch begründete Ausnahmefälle auch in dieser Gruppe eine Verzögerung der Operation rechtfertigen können. Eine Analyse der Ergebnisse im Strukturierten Dialog soll nach Ansicht der Fachgruppe unabhängig von der Fallzahl mit allen Krankenhäusern, die bei diesem Qualitätsindikator außerhalb des Referenzbereichs liegen, erfolgen.

Die Krankenhausletalität beträgt nach Literaturangaben zwischen 1,6 und 11%. Im ersten Jahr nach der Operation ist die Sterblichkeit um 20 bis 35% höher als in der Vergleichsbevölkerung. Als Einflussfaktoren der Sterblichkeit nach hüftgelenknaher Oberschenkelfraktur sind sowohl patientenbedingte Faktoren wie auch verfahrensbedingte Faktoren bekannt.

Die Rate der Hospitalletalität nach operativer Versorgung der Schenkelhalsfraktur lag im Jahr 2003 bei 5,47% und damit im Bereich der in der Literatur angegebenen Letalitätsraten. Somit kann im internationalen Vergleich eine gute Versorgungsqualität in Deutschland festgestellt werden.

Für den Strukturierten Dialog können insbesondere die risikostratifizierten Ergebnisse anhand der ASA-Klassifikation verwendet werden. In der Gruppe der Patienten mit niedrigem Risikoprofil (ASA-Klassen 1 und 2) betrug die Letalitätsrate 1,25%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte hier von 0,0 bis 15,6% und lässt erhebliche Unterschiede der Ergebnisqualität in dieser relativ homogenen und risikoarmen Patientengruppe erkennen. Auffällig hohe Raten sollen in jedem Fall mit den betreffenden Krankenhäusern im Strukturierten Dialog analysiert werden. Eine Letalitätsrate von 0,0% bei Krankenhäusern mit hohen Fallzahlen ist ebenfalls auffällig und lässt die Dokumentationsqualität fraglich erscheinen. Auch hier soll eine Analyse im Strukturierten Dialog erfolgen.