Einleitung
Hüftgelenknahe Oberschenkelfrakturen sind häufige Verletzungen im
höheren und hohen Lebensalter. Untersuchungen zu den Folgen einer
hüftgelenknahen Fraktur zeigen, dass diese mit einem Letalitätsrisiko
von ca. 20 bis 25% in den ersten sechs Monaten eine besonders hohe
Sterblichkeit aufweisen. Unabhängig vom Lebensalter stellen die
hüftgelenknahen Oberschenkelfrakturen eine Bedrohung der
Selbstständigkeit im Alltag dar.
Vor allem eine verminderte Knochendichte (Osteoporose), von der
insbesondere betagte Frauen betroffen sind (Cummings & Melton III
2002, Lofthus et al. 2001, Sanders et al. 1999, Leitlinie Osteologie
(Baum et al. 2003)) führt dazu, dass bei bereits geringer
Krafteinwirkung, zum Beispiel bei seitlichem Fall auf die Hüfte, eine
hüftgelenknahe Oberschenkelfraktur resultieren kann. Die Häufigkeit
dieser Verletzung wird in Deutschland mit 110 bis 130 Fällen pro
100.000 Einwohnern angegeben; aufgrund der Altersentwicklung der
Bevölkerung wird von einer jährlichen Fallzunahme von 3 bis 5%
ausgegangen (Beck & Rüther 2000, Pfeifer et al. 2001).
Eine optimale Therapie der hüftgelenknahen Femurfraktur
berücksichtigt einerseits anatomische und andererseits individuelle
medizinische und nicht zuletzt soziale Gegebenheiten.
Ziel der Therapie ist die schnelle Wiederherstellung der Mobilität und
Belastbarkeit des Patienten, um die Rückkehr auf das präoperative
Aktivitätsniveau zu erreichen.
Die Schenkelhalsfraktur wird nach Lage und Verschiebungsgrad des
Bruches eingeteilt. Unter Berücksichtigung weiterer patientenbedingter
Gegebenheiten wird daraus die klinische Behandlungsstrategie abgeleitet.