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Zusammenfassung

Jährlich erleiden etwa 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Etwa 30.000 Schlaganfälle werden durch eine Verengung (Stenose) der hirnversorgenden Halsschlagader (extrakranielle Arteria carotis interna) verursacht.

In internationalen Multicenter-Studien in Europa und Nordamerika konnte gezeigt werden, dass die operative Entfernung gefäßverengender Plaques (Karotis-TEA) bei bestimmten Patientengruppen der alleinigen medikamentösen Therapie überlegen ist.
Auf dem Boden dieser Studien liegen gesicherte Erkenntnisse auf dem höchsten Level der evidenzbasierten Medizin darüber vor, für welche Gruppen von Patienten eine Operationsindikation besteht und welche Komplikationsraten nicht überschritten werden dürfen, damit der Patient von der Operation profitiert. Die sich aus diesen Erkenntnissen herleitenden Empfehlungen wurden für das Auswertungskonzept des Leistungsbereichs Karotis-Rekonstruktion übernommen.

Für die externe Qualitätsdarstellung wurden von der Fachgruppe neun Qualitätsziele definiert, von denen drei für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport ausgewählt wurden.

Für Patienten mit einer Verengung der Halsschlagader ohne Krankheitserscheinungen (asymptomatische Karotisstenose) besteht eine Operationsindikation bei einem Stenosegrad von ≥60%. Eine solche Stenose lag bei 88,85% der operierten Patienten vor. Dieses Ergebnis spiegelt eine insgesamt sorgfältige Indikationsstellung wider. Die Spannweite der Ergebnisse reichte von 23,5 bis 100,0%. Auffällig waren 12 von 145 Krankenhäusern, die in weniger als 80% der Fälle Patienten mit einer Stenose von ≥60% operiert haben. Diese sollen auf der Landesebene einen Hinweis auf ihr Ergebnis erhalten.

Die Rate postoperativer Schlaganfälle oder Todesfälle unter allen Patienten mit einer asymptomatischen Karotisstenose von ≥60% ist mit 2,02% Ausdruck guter Versorgungsqualität. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 0,0 bis 13,3%. Bei der Bewertung dieses Ergebnisses ist zu berücksichtigen, dass der prophylaktische Effekt der Operation abhängig ist von der Rate postoperativer Schlaganfälle oder Todesfälle. Beträgt die Komplikationsrate 0%, müssen, statistisch betrachtet, 12 Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose operiert werden, um einen Schlaganfall in den nächsten 5 Jahren zu verhindern. Steigt dieser Anteil auf 8% an, erhöht sich diese Zahl auf 1.000 Operationen. Die Fachgruppe Gefäßchirurgie empfiehlt, mit den 31 auffälligen von insgesamt 116 Krankenhäusern, die oberhalb des Referenzwertes von <3% lagen, in einen Strukturierten Dialog zu treten. Krankenhäuser mit kleinen Fallzahlen sind für die geschilderte Problematik zu sensibilisieren.

Patienten mit einer symptomatischen Karotisstenose von ≥70%, die bereits einen leichten Schlaganfall erlitten haben, profitieren von der Operation, wenn die Rate postoperativer Schlaganfälle oder Todesfälle unter 6% bleibt. Die zur Vermeidung eines Schlaganfalls nötige Anzahl von Operationen liegt hier bei 6 Eingriffen. In der Bundesauswertung 2003 wurde diese Komplikation in 4,0% der Fälle beobachtet. Dies ist als gute Versorgungsqualität zu bewerten. Die Spannweite der Ergebnisse reichte von 0,0 bis 39,5%. Krankenhäuser, sowohl mit hoher und niedriger Fallzahl, deren Ergebnisse oberhalb des Referenzwertes von <6% lagen, sollten auf der Landesebene um Stellungnahme gebeten werden.