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Qualitätsziel

Symptomatische Stenose mit Stenosegrad ≥70% (NASCET): Angemessene niedrige Rate an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen, Referenzbereich <6%

Qualitätsindikator

Die NASCET- und ECST-Studien konnten zeigen, dass besonders Patienten mit hohem Stenosegrad (≥70%, NASCET-Kriterien) und präoperativer Symptomatik von einer Operation profitieren (Rothwell et al. 2003). Das Risiko, im Verlauf von fünf Jahren einen ipsilateralen Schlaganfall zu erleiden, wird durch die Operation um 16% reduziert (absolute Risikoreduktion).  
Nach Empfehlungen der American Heart Association darf das perioperative Schlaganfall- und Todesrisiko 6% nicht übersteigen (Evidenzgrad Ia, Empfehlungsgrad A, nach den Kriterien der American Heart Association; Biller et al. 1998).

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Patienten mit symptomatischer Karotisstenose mit Stenosegrad ≥70% (NASCET), elektiv, unter Ausschluss der Karotischirurgie unter besonderen Bedingungen (Indikationsgruppe C)

Zähler: Patienten mit perioperativen Schlaganfällen oder Tod

Erläuterung der Rechenregel:
Patienten mit symptomatischer Karotisstenose, elektiv, hatten ipsilateral innerhalb der letzten 6 Monate Amaurosis fugax, Hemisphären-TIA, Apoplex oder ein sonstiges Ereignis. Ausgeschlossen wird Karotischirurgie unter besonderen Bedingungen (Indikationsgruppe C).

Referenzbereich

Referenzbereich: <6%

Erläuterung zum Referenzbereich:
Der festgelegte Referenzbereich basiert auf den Ergebnissen von prospektiv randomisierten Multicenter-Studien.
Nur wenn die Komplikationsrate innerhalb dieses Referenzbereichs liegt, profitiert der Patient von der Operation.

Bewertung

Die Gesamtrate von 4,00% perioperativer Schlaganfälle oder Todesfälle in diesem Patientenkollektiv liegt deutlich innerhalb des festgelegten Referenzbereichs von <6% und ist als Ausdruck guter Versorgungsqualität zu werten.

Auch in diesem Patientenkolletiv hat die Rate perioperativer Schlaganfälle oder Todesfälle Auswirkungen auf die „Number needed to treat“ (NNT), also die Zahl der Patienten mit einer symptomatischen Karotisstenose ≥70% (NASCET), die operiert werden müssen, um im Verlauf von fünf Jahren einen ipsilateralen Schlaganfall zu verhindern. Diese sind allerdings nicht so ausgeprägt wie in der Gruppe der Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose ≥60% (NASCET). Bei einer Rate von 0% an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen beträgt die NNT 5. Steigt die Komplikationsrate bis auf 10% an, müssten, statistisch gesehen, acht Patienten behandelt werden, um im Verlauf der nächsten fünf Jahre einen ipsilateralen Schlaganfall in dieser Patientengruppe zu verhindern (Abbildung „NNT und perioperative Komplikationsraten“).

Die Fachgruppe Gefäßchirurgie empfiehlt, einen Strukturierten Dialog mit den zwölf auffälligen Krankenhäusern einzuleiten, die den festgelegten Referenzbereich verlassen. Auch hier sollten gleichermaßen auffällige Krankenhäuser mit hoher und mit niedriger Fallzahl in dieser Grundgesamtheit einbezogen werden.