Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Asymptomatische Stenose ohne kontralateralen Befund: Angemessene niedrige Rate an perioperativen Schlaganfällen und Todesfällen, Referenzbereich <3%

Qualitätsindikator

Die Karotisthrombendarteriektomie ist eine prophylaktische Operation, die dem Schlaganfall vorbeugen soll. Das Risiko der Operation darf daher das Risiko bei natürlichem Verlauf nicht übersteigen. Bei Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose von ≥60% (NASCET-Kriterien), bei denen nicht gleichzeitig eine kontralaterale Stenose ≥75% (NASCET) vorliegt, darf die Rate an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen 3% nicht überschreiten, wenn der Patient von der Operation profitieren soll (Evidenzgrad Ia, Empfehlungsgrad A, nach den Kriterien der American Heart Association; Biller et al. 1998).

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose mit einem Stenosegrad ≥60% (NASCET) ohne kontralateralen Verschluss oder kontralaterale Stenose ≥75% (NASCET) unter Ausschluss der Patienten, die in die Indikationsgruppe C fallen (Karotischirurgie unter besonderen Bedingungen)

Zähler: Patienten mit perioperativen Schlaganfällen oder Tod

Referenzbereich

Referenzbereich: <3%

Erläuterung zum Referenzbereich: Der festgelegte Referenzbereich basiert auf den Ergebnissen von prospektiv randomisierten Multicenter-Studien.
Nur wenn die Komplikationsrate innerhalb dieses Referenzbereichs liegt, profitiert der Patient von der Operation.

Bewertung

Die Rate an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen verhält sich umgekehrt proportional zum prophylaktischen Effekt der Operation. So können gefäßchirurgische Abteilungen mit einer Komplikationsrate von 0% statistisch gesehen einen ipsilateralen Schlaganfall bei Patienten mit hochgradiger asymptomatischer Karotisstenose innerhalb von fünf Jahren verhindern, indem sie 12 Patienten operieren. Steigt die Komplikationsrate jedoch auf 8% an, müssten bereits 1.000 Patienten operiert werden, damit ein ipsilateraler Schlaganfall im natürlichen Verlauf verhindert würde (Abbildung „NNT und perioperative Komplikationsraten“).

Unter diesem Aspekt ist die Gesamtrate von 2,02% an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen bei Patienten mit einer asymptomatischen Karotisstenose von ≥60% (NASCET) nach Auffassung der Fachgruppe als Ausdruck guter Versorgungsqualität zu werten. Allerdings liegen 31 von 116 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen in der Grundgesamtheit außerhalb des festgelegten Referenzbereichs von <3%. Für diesen Referenzbereich liegt aufgrund der Ergebnisse von prospektiv-randomisierten Multicenter-Studien ein Evidenzgrad I vor. Die Fachgruppe empfiehlt daher, mit diesen Krankenhäusern in einen Strukturierten Dialog zu treten. Da bei höheren Komplikationsraten die zur Prävention eines einzigen Schlaganfalls notwendige Zahl von Operationen erheblich zunimmt, ist aus Sicht der Fachgruppe eine Sensibilisierung für diese Problematik gerade auch bei Krankenhäusern mit kleinen Fallzahlen von Bedeutung. Daher sollten auch Krankenhäuser mit weniger als 20 dokumentierten Eingriffen in dieser Grundgesamtheit pro Jahr in den Strukturierten Dialog einbezogen werden, sofern sie den festgelegten Referenzbereich verlassen.