Qualitätsziel
Selten Re-Operation
Qualitätsindikator
Komplikationen, die einer erneuten Operation bedürfen, stellen ein
nicht befriedigendes Ergebnis dar und bedeuten eine Belastung für den
Patienten.
Betrachtet werden Re-Operationen, die während desselben stationären Aufenthaltes durchgeführt wurden.
Methodik
Rechenregel:
Grundgesamtheit: Patienten mit Standardindikation, mit Operationsart Phakoemulsifikation, ohne Kombinations-OP und ohne Risiken
Zähler: Patienten mit Re-Operation notwendig
Erläuterung der Rechenregel: Standardindikationen sind: Cataracta
nuclearis, cuneiformis, corticalis, subcapsularis, complicata,
juvenilis oder intumescens & hypermatura.
Risiken bezüglich der Re-Operation sind: Augenlänge der operierten
Seite, Risikofaktoren des Auges, okuläre Voroperation,
Glaskörperprolaps mit vorderer Vitrektomie.
Die Ein- und Ausschlusskriterien für die Grundgesamtheit sind damit
begründet, dass kombinierte Operationen eine sehr heteroge Gruppe an
Eingriffen darstellen, bei denen möglicherweise spezifische Gründe für
eine Kataraktextraktion vorliegen. Die Erweiterung des Datensatzes, um
auch seltene Formen adäquat abbilden zu können, erschien nicht
sinnvoll, denn diese Eingriffe erlauben aufgrund ihrer vergleichsweise
geringen Zahl keine Vergleiche zwischen Leistungserbringern.
Referenzbereich
Referenzbereich: Kein Referenzbereich
Erläuterung zum Referenzbereich: Zurzeit ist keine Literatur
verfügbar, aus der sich ableiten lässt, ab wann eine Re-Operationsrate
als auffällig angesehen werden kann.
Bewertung
Bei 78.800 Patienten mit Standardindikation und Phakoemulsifikation
lag die Gesamtrate von Re-Operationen bei 0,47%. Die Fachgruppe stellt
fest, dass zurzeit keine geeigneten Vergleichszahlen in der Literatur
existieren, und empfiehlt, dieses Ergebnis des Jahres 2003 als
Vergleichswert für spätere Verfahrensjahre heranzuziehen.
Bei der Betrachtung der Krankenhausergebnisse zeigte sich eine
Spannweite von 0,0 bis 7,5%. Aufgrund fehlender Vergleichswerte in der
Literatur wurde für das Erhebungsjahr 2003 kein Referenzbereich
festgelegt.
Die Fachgruppe bewertet es als auffällig, dass 13 Krankenhäuser mit
mindestens 450 Fällen in dieser Grundgesamtheit diese Komplikation bei
keinem ihrer Patienten angegeben haben. Die Datenvalidität soll in
diesen Krankenhäusern geprüft werden, um eine Unterdokumentation
auszuschließen.
Der Strukturierte Dialog beschränkt sich damit auf die Überprüfung
der Datenvalidität. Dabei ist zu beachten, dass aufgrund der niedrigen
Gesamtrate von 0,47% bei der Interpretation von Ausreißern die zugrunde
liegende Fallzahl besonders zu berücksichtigen ist, da beispielsweise
eine Re-Operation auf 20 Operationen bereits eine Rate von 5% und damit
etwa die zehnfache Basisrate bedeutet.