Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Zusammenfassung

Die Verschleißerkrankung des Kniegelenks ist eine insbesondere ältere Frauen betreffende Erkrankung. Ziel des endoprothetischen Gelenkersatzes ist die Wiederherstellung der physiologischen Beinachse, einer stabilen Bandführung und schmerzfreien Gelenkbeweglichkeit. Das in den letzten Jahren gewachsene Vertrauen in das Verfahren führt zu Steigerungsraten der „Nachfrage“ nach künstlichem Kniegelenkersatz von über 20% jährlich. Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, die die Ergebnisqualität des Eingriffs betrachten.

Die postoperative Beweglichkeit lässt sich mit der international etablierten Neutral-Null-Methode vergleichbar und überprüfbar messen. Der Indikator bildet mit geforderten Bewegungsausmaßen einen hohen Anspruch an die Beuge- und Streckfähigkeit ab.

Die Gesamtrate der Patienten mit erreichter postoperativer Beweglichkeit von mindestens 0/0/90 nach der Neutral-Null-Methode lag bei 60,40%. Diese Rate entspricht den Erwartungen der Fachgruppe und spiegelt eine gute Versorgungsqualität wieder. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse war mit 0,0 bis 100,0% extrem. 33 Krankenhäuser lagen außerhalb des Referenzbereichs (5%-Perzentile). Bei den Krankenhäusern mit sehr niedrigen Raten sollte im Strukturierten Dialog auch überprüft werden, ob es sich um Fälle mit sehr kurzer Verweildauer oder um ein Dokumentationsproblem handelt. Auch die präoperativen Bewegungsausmaße der betroffenen Patienten sollen im Strukturierten Dialog zum Vergleich herangezogen werden. Bei der Weiterentwicklung des Indikators sollen zukünftig auch die präoperativen Werte in die Berechnung einfließen.

Wundinfektionen in der endoprothetischen Gelenkchirurgie sind gefürchtete Komplikationen, da sie das operative Ergebnis erheblich beeinträchtigen. Im ungünstigen Fall führen Infektionen zum Prothesenwechsel, möglicherweise aber auch zum Prothesenverlust mit Notwendigkeit der Versteifungsoperation des Kniegelenkes oder gar zur Amputation. Die Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie differenziert bei der Beurteilung von Infektionsraten nach unterschiedlichen präoperativen patientenbezogenen Risikoklassen und der postoperativen Wundklassifikation anhand der Kriterien des National Nosocomial Infections Surveillance System (NNIS), die in einer deutschen Übersetzung des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) vorliegen.

Die Gesamtrate der postoperativen Wundinfektionen lag bei 0,99%. Mit Blick auf die Vergleichszahlen des NRZ (1,06%) handelt es sich um ein gutes Versorgungsergebnis. Allerdings ist bei der NRZ-Rate zu berücksichtigen, dass hier Knie-TEP- bzw. Schlittenprothesen-Erstimplantationen und -wechsel nicht differenziert werden.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug 0,0 bis 20,0%. 147 von 681 Krankenhäusern lagen außerhalb des Referenzbereichs von ≤ 2%.

Für Patienten der Risikoklasse 0 betrug die Gesamtrate der postoperativen Wundinfektionen 0,76% (zum Vergleich: NRZ 0,75% und NNIS 0,87%). Auch bei diesem Kollektiv mit niedrigem Risiko ist das Versorgungsergebnis gut.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug hier 0,0 bis 9,5%. Immerhin lagen hier 114 von 449 Krankenhäusern außerhalb des Referenzbereichs von ≤ 1%.

Im Strukturierten Dialog sollte das Augenmerk vor allem auf die tiefen Wundinfektionen gelegt werden.