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Zusammenfassung

Seit den 1990er Jahren steigen die Zahlen der Primärimplantationen von Kniegelenkprothesen stetig. Bei Prothesenstandzeiten von in der Regel über 10 Jahren sind auch deutliche Anstiege der Zahl von Wechseloperationen, die insbesondere bei Prothesenlockerungen angezeigt sind, zu erwarten.

Die Erstimplantation einer Knie-Totalendoprothese bei Kniegelenkverschleiß verbessert die Lebensqualität des betroffenen Patienten deutlich. Ebenso verschafft ein Knieprothesenwechsel, der technisch anspruchsvoller und komplikationsträchtiger ist, dem Patienten Linderung der Beschwerden bei Prothesenlockerungen.

Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, welche die Ergebnisqualität betrachten.

Prothesenwechseloperationen haben generell ein höheres Wundinfektionsrisiko als die Primärimplantationen. Aufgrund ihrer folgenschweren Beeinträchtigungen der Operationsergebnisse sind sie gefürchtet. Ihre Vermeidung bzw. adäquate Behandlung stellt eine Herausforderung an die behandelnden Ärzte dar.

Die Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie differenziert bei der Beurteilung von Infektionsraten nach unterschiedlichen präoperativen Risikoklassen und postoperativer Klassifikation der Infektionsschwere anhand der Kriterien des National Nosocomial Infections Surveillance Systems (NNIS) der Centers for Disease Control (CDC), die in einer deutschen Variante des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) vorliegen.

Die Gesamtrate der postoperativen Wundinfektionen lag bei 2,26%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug 0,0 bis 13,0%. Für Patienten der Risikoklasse 0 betrug die Gesamtrate der postoperativen Wundinfektionen 1,49%, in den meisten Fällen handelte es sich um oberflächliche Infektionen (CDC A1). Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug für postoperative Wundinfektionen bei Patienten dieser Niedrigrisikoklasse 0,0 bis 15,0%.

Diese Raten deuten auf eine insgesamt gute Versorgungsqualität hin. Die erheblichen Spannweiten sind teilweise mit der Inhomogenität des Patientenklientels zu erklären. Der Vergleich mit den Daten aus dem NRZ ist hier nur eingeschränkt möglich, da die NRZ-Infektionsraten nicht zwischen Ersteingriffen und Wechseleingriffen im Knie-TEP-Bereich differenzieren.

Reinterventionen sind ungeplante Folgeeingriffe wegen Komplikationen des Primäreingriffs. Die Gesamtrate an Komplikationen wird in einer Metaanalyse zum Ergebnis von Kniegelenk-Endoprothesenwechseln mit 26,3% beziffert. Wie viele Komplikationen zu Folgeeingriffen führen, lässt sich nicht aus der Literatur ermitteln. Dennoch ist es von großem praktischem Interesse, wie hoch die Komplikations- und Reinterventionsrisiken der Kniegelenk-Endoprothesenwechsel sind, um daraus in Zukunft Rückschlüsse z.B. bezüglich der Indikationsstellung zu ziehen.

Die Gesamtrate der Fälle mit erforderlicher Reintervention lag bei 4,52%. Diese Rate liegt unter der von der Fachgruppe erwarteten Reinterventionsrate. Damit kann insgesamt eine gute Versorgungsqualität festgestellt werden. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug 0,0 bis 18,2%. 2 von 50 Krankenhäusern mit mehr als 20 Fällen lagen außerhalb des Referenzbereichs (95%-Perzentile). Im Strukturierten Dialog soll untersucht werden, ob in diesen Krankenhäusern besonders häufig septische Wechseleingriffe durchgeführt wurden. Bei septischen Wechseleingriffen ist eine höhere Reinterventionsrate plausibel.