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Zusammenfassung

In diesem Leistungsbereich werden Patienten betrachtet, die sich einer gleichzeitigen Operation an den Herzkranzgefäßen und der Aortenklappe unterziehen müssen. Diese Patienten stellen eine besondere Risikogruppe innerhalb der Herzchirurgie dar. Zum einen liegt das Durchschnittsalter dieser Patienten zum Zeitpunkt der Operation bei über 72 Jahren und damit um fünf Jahre höher als in den anderen herzchirurgischen Leistungsbereichen. Zum anderen liegen neben der koronaren Herzerkrankung und einer Erkrankung der Aortenklappe häufig noch andere relevante Begleiterkrankungen vor, die das perioperative Risiko deutlich erhöhen können.

Die Fachgruppe Herzchirurgie hat für diesen Leistungsbereich vier Qualitätsindikatoren identifiziert, von denen zwei für den BQS-Qualitätsreport ausgewählt wurden. Beide betrachten Aspekte der Ergebnisqualität.

Die In-Hospital-Letalität, also der Anteil an Patienten, die im Krankenhaus verstarben, lag in diesem Leistungsbereich bei 6,09%. In der Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher (nicht notfallmäßiger) Operationsindikation verstarben 5,60% der Patienten. Diese Ergebnisse liegen im unteren Bereich der aus der Literatur bekannten Daten und sprechen nach Auffassung der Fachgruppe für eine gute Versorgungssituation. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse zur In-Hospital-Letalität bei elektiven oder dringlichen Operationen bewegte sich zwischen 0 und 30,4%. Bei der Bewertung dieser Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass hohe Letalitätsraten eines Krankenhauses nicht notwendigerweise durch eine unzureichende Behandlungsqualität verursacht werden müssen. Sie können vielmehr in der Behandlung eines spezifischen Hochrisikokollektivs begründet sein. Eine weitergehende Analyse im Rahmen des Strukturierten Dialoges ist aus Sicht der Fachgruppe bei drei Krankenhäusern erforderlich, deren Ergebnisse oberhalb der 95%-Perzentile der Krankenhausergebnisse der Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher Operationsindikation liegen (In-Hospital-Letalität von über 15,2%).

Der Qualitätsindikator „Neurologische Komplikationen“ erfasst Patienten, die postoperativ einen Schlaganfall erlitten haben. Der Schwerpunkt der Betrachtung lag hier auf der Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher (nicht notfallmäßiger) Operationsindikation, bei denen präoperativ keine neurologische Erkrankung vorlag und deren Symptome postoperativ länger als 72 Stunden anhielten. In dieser Patientengruppe wurde ein postoperativer Schlaganfall in durchschnittlich 1,79% der Fälle beobachtet. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 0,0 bis 8,2%. Dieses Ergebnis ist nach Auffassung der Fachgruppe im Vergleich mit den aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten Daten ungewöhnlich niedrig. Eine mögliche Ursache sieht die Fachgruppe in einer mit Beginn des Jahres 2003 geänderten Abfrage im Datensatz zu diesem Qualitätsindikator. Dies könnte dazu geführt haben, dass keine einheitliche Dokumentation durch die Krankenhäuser stattgefunden hat. Auf die Festlegung eines Referenzbereiches wurde daher verzichtet. Die herzchirurgischen Abteilungen werden nochmals informiert, wie die einheitliche Dokumentation zu diesem Qualitätsindikator erfolgen soll.