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Zusammenfassung

Die Koronarangiographie ist eine invasive Technik, die wie bisher keine andere diagnostische Methode eine exakte Aussage über den Zustand der Herzkranzgefäße (Koronararterien) ermöglicht. Mit ihr lässt sich die Diagnose einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sichern oder ausschließen und das Ausmaß einer bekannten KHK beurteilen.

Internationale Leitlinien geben für verschiedene Ausprägungen der KHK differenzierte Empfehlungen dazu ab, wann eine Koronarangiographie indiziert ist. Es herrscht Übereinstimmung, dass bei Patienten mit bekannter oder vermuteter KHK die Koronarangiographie indiziert ist, wenn sich daraus mit hoher Wahrscheinlichkeit eine therapeutische Konsequenz, z.B. ein Koronarbypass oder eine Dilatation (PTCA) ergibt. Zudem sollten in der Regel klinische Symptome, z.B. Angina pectoris, oder die nichtinvasive Diagnostik wie etwa das Belastungs-EKG auf eine Durchblutungsstörung (Ischämie) des Herzmuskels hinweisen. Fehlt die Angina pectoris oder liegen keine sonstigen Ischämiezeichen vor, so ist eine Koronarangiographie nur in begründeten Einzelfällen angezeigt. Bei einer kleinen Anzahl von Fällen wird eine Koronarangiographie begleitend auch bei anderen Herzkrankheiten wie z.B. bei Herzklappenfehlern durchgeführt.

Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden vier Qualitätsziele ausgewählt, die die Indikationsstellung sowie die Ergebnisqualität betrachten.

Die Gesamtrate der Patienten mit klinischen Zeichen der KHK oder nachgewiesener Ischämie lag im Jahr 2003 bei 89,67% der Patienten, die im Rahmen einer gezielten KHK-Diagnostik koronarangiographiert wurden. Die Erfüllung einer leitlinienkonformen Indikationsstellung ist damit sehr hoch. Aus diesen Daten ergibt sich kein Anhalt für eine zu großzügige Indikationsstellung im Sinne einer Fehl- und Überversorgung.

Bei den Krankenhäusern mit mehr als 20 Fällen, die in weniger als 76,5% der Fälle (das entspricht der 5%-Perzentile) eine leitlinienkonforme Indikationsstellung aufweisen, sieht die Fachgruppe Diskussionsbedarf in Form eines Strukturierten Dialogs auf Landesebene.

Die Perkutane transluminale Koronarangioplastie (Aufdehnung der Herzkranzgefäße, PTCA) ist der am weitesten verbreitete Kathetereingriff. Die PTCA stellt zunehmend eine Alternative zur Bypass-Operation dar. Insbesondere durch neuere Stenttechniken (z.B. Medikamente freisetzende Stents) hat sich die dauerhafte Erfolgsrate in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Die seltenen, aber schweren Komplikationen Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall werden international als Major Adverse Cardiac and Cerebrovascular Events (MACCE) zusammengefasst. Die Gesamtrate für MACCE bei PTCA lag 2003 bei 1,19%. Dies spricht generell für eine hohe Versorgungsqualität in Deutschland. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reicht von 0,0 bis 8,3% bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen. Im Sinne der 95%-Perzentile sind 14 von 288 Krankenhäusern im Strukturierten Dialog um Stellungnahme zu ihren relativ hohen Komplikationsraten zu bitten.