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Qualitätsziel

Möglichst oft Ischämiezeichen bei führender Indikation KHK oder Verdacht auf KHK bzw. Ausschluss KHK, d.h. die Indikation sollte durch die klinische Situation des Patienten und Befunde gestützt werden

Qualitätsindikator

Die internationalen Leitlinien (Scanlon et al. 1999, Bertrand et al. 2002, Van de Werf et al. 2003, Braunwald et al. 2002, Gibbons et al. 2002, Hamm 2004a, Hamm 2004b, Dietz & Rauch 2003) geben für verschiedene Ausprägungen der KHK differenzierte Empfehlungen dazu ab, wann eine Koronarangiographie indiziert ist. Es herrscht Übereinstimmung, dass bei KHK-Patienten die invasive Diagnostik der Koronarangiographie dann indiziert ist, wenn eine therapeutische Konsequenz im Sinne einer Revaskularisation zu erwarten ist. Zudem sollte in der Regel die klinische Situation des Patienten oder die nichtinvasive Diagnostik auf eine kardiale Ischämie hinweisen. Fehlt eine Angina pectoris oder liegen keine sonstigen Ischämiezeichen vor, so ist eine Koronarangiographie nur in begründeten Einzelfällen indiziert.

Methodik

Rechenregel: Grundgesamtheit: Alle Koronarangiographien mit führender Indikation „Bekannte KHK“ oder „Verdacht auf KHK“ bzw. „Ausschluss KHK“

Zähler: Koronarangiographien bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom oder mit Ruhe- oder Belastungsdyspnoe oder mit objektiven apparativen Ischämiezeichen bei Belastung

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥76,5% (5%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Eine evidenzbasierte Rate für Koronarangiographien mit eindeutiger KHK-Indikation als Referenzbereich lässt sich aus der Literatur nicht ableiten. Das breite Indikationsspektrum lässt in seltenen Fällen auch Herzkathetereingriffe angebracht erscheinen, in denen keine eindeutigen KHK-Zeichen vorliegen. Die Fachgruppe hat sich daher für die ≥5%-Perzentile der Krankenhausverteilung als Referenzbereich entschieden.

Bewertung

Die Erfüllung einer leitlinienkonformen Indikationsstellung ist mit fast 90% der Fälle sehr hoch. Aus diesen Daten ergibt sich kein Anhalt für eine zu großzügige Indikationsstellung im Sinne einer Fehl- und Überversorgung. Bei den 16 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen, die in weniger als 76,5% der Fälle eine leitlinienkonforme Indikationsstellung aufweisen, sieht die Fachgruppe Diskussionsbedarf in Form eines Strukturierten Dialogs auf Landesebene.