Qualitätsziel
Selten Wundhämatom oder postoperative Nachblutung
Qualitätsindikator
Die Rate der Nachblutungen und Wundhämatome stellt eine Kennzahl für
postoperative Frühkomplikationen dar, die in wissenschaftlichen
Untersuchungen zum Vergleich unterschiedlicher Operationsverfahren in
der Leistenhernienchirurgie herangezogen wird.
In prospektiv randomisierten Studien fanden sich Raten zwischen 5% und
16,4% bei endoskopischen Operationen sowie 3% und 13,6% bei
offen-chirurgischen Eingriffen (Liem et al. 1997, Neumayer et al. 2004).
Der Vergleich dieser Ergebnisse ist allerdings problematisch, da sich
bei den offenen und den endoskopischen Operationen die
Operationstechniken jeweils unterscheiden. Auch der
Beobachtungszeitraum differiert in den Untersuchungen.
Methodik
Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten
Zähler: Patienten mit Wundhämatom und/oder Nachblutung
Referenzbereich
Referenzbereich: ≥6,1% (95% - Perzentile)
Erläuterung zum Referenzbereich: Die Fachgruppe Viszeralchirurgie
hat aufgrund der hohen Variabilität der Ergebnisse und des im Vergleich
zur Literatur unterschiedlichen Beobachtungszeitraums eine Perzentile
als Referenzbereich zu diesem Qualitätsindikator festgelegt.
Bewertung
Der Anteil an postoperativen Wundhämatomen oder postoperativen
Nachblutungen liegt niedriger als die in der Literatur angegebenen
Komplikationsraten (Lammers et al. 2001, Liem et al. 1997, Neumayer et
al. 2004) und kann als Ausdruck sehr guter Versorgungsqualität gewertet
werden.
Allerdings weisen auch bei diesem Indikator die Ergebnisse eine sehr hohe Spannweite auf, die von 0,0 bis 18,4% reicht.
56 auffällige Krankenhäuser von 1.187 Krankenhäusern, deren Rate von
Wundhämatomen oder Nachblutungen nach Leistenhernienoperationen
oberhalb der 95%-Perzentile der Krankenhausergebnisse (>6,1%)
liegt, sollen auf Landesebene im Strukturierten Dialog um eine
Stellungnahme gebeten werden.