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Qualitätsziel

Geringe Reinterventionsrate

Qualitätsindikator

Eine Reintervention ist ein erneuter operativer oder interventioneller Eingriff nach einer Operation wegen postoperativ aufgetretenen Komplikationen. Anlass zur Reintervention können beispielsweise Blutungen, Organverletzungen, Wundheilungsstörungen oder die frühe Netzdislokation nach endoskopischen Operationen sein.

Die Rate der Reinterventionen ist eine Kennzahl für schwerwiegende Frühkomplikationen, die in wissenschaftlichen Untersuchungen zur Bewertung eines Operationsverfahrens herangezogen wird.

Zu berücksichtigen ist, dass mit diesem Indikator die Rezidivquote, die als zentrales Ergebniskriterium in der Leistenhernienchirurgie gilt, nicht erfasst wird.

Für die Leistenhernienchirurgie liegen zu diesem Qualitätsindikator nur sehr wenige Daten aus hochwertigen Studien vor.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten

Zähler: Patienten mit Reintervention

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤4,2% (95%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Die Fachgruppe Viszeralchirurgie hat zu diesem Qualitätsindikator eine Perzentile als Referenzbereich festgelegt, da sich der angewandte Beobachtungszeitraum von den Angaben der Literatur unterscheidet (Liem et al. 1997, Neumayer et al. 2004) und damit kaum vergleichbare Ergebnisse vorliegen.

Bewertung

Die durchschnittliche Reinterventionsrate von 1,15% spricht für eine sehr gute Versorgungsqualität bei der operativen Behandlung von Leistenhernien in Deutschland.
Während jedoch einige Krankenhäuser keine Reinterventionen nach Leistenhernienoperationen dokumentiert haben, steigt diese Rate in anderen Krankenhäusern bis auf 12,5%.
Die Fachgruppe Viszeralchirurgie empfiehlt, auf der Landesebene einen Strukturierten Dialog mit 58 auffälligen Krankenhäusern von 1.187 Krankenhäusern einzuleiten, deren Ergebnis oberhalb der 95% - Perzentile der Krankenhausergebnisse (Reinterventionsrate >4,2%) liegt.