Zusammenfassung
Erkrankungen der zwischen linkem Herzvorhof und linker Herzkammer
gelegenen Mitralklappe werden vorwiegend durch rheumatische oder
bakterielle Entzündungen hervorgerufen und nehmen in der Regel einen
chronisch fortschreitenden Verlauf. Die durch die Erkrankung
ausgelösten Veränderungen können an der Mitralklappe Verengungen
(Stenosen), Undichtigkeiten (Insuffizienzen) oder eine Kombination aus
beidem verursachen. Zum Zeitpunkt der Operation liegen oft relevante
Begleiterkrankungen des Herzens wie Herzrhythmusstörungen und/oder eine
Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) vor, die das Risiko der Operation
erhöhen können.
In der Bundesauswertung 2003 wurden ausschließlich Patienten
betrachtet, die sich einer isolierten Mitralklappenoperation am
stillstehenden Herzen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine
unterziehen mussten. Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport
wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, die Aspekte der Ergebnisqualität
betrachten.
Die durchschnittliche Krankenhausletalität lag in der
Bundesauswertung 2003 bei 4,25%. Für Eingriffe mit elektiver oder
dringlicher (nicht notfallmäßiger) Operationsindikation betrug sie
3,61%. Dieses Ergebnis spricht für eine im internationalen Vergleich
gute Versorgungsqualität. Allerdings imponierte eine erhebliche
Spannweite der Krankenhausletalitätsraten. Während einige Krankenhäuser
keinen einzigen Todesfall dokumentiert haben, verstarben in einem
Krankenhaus 23,8% der Patienten nach elektiv oder dringlich
durchgeführten Mitralklappenoperationen. Diese Rate ist nicht
notwendigerweise Ausdruck einer auffälligen Behandlungsqualität,
sondern kann z.B. durch die Behandlung eines spezifischen
Hochrisikokollektivs bedingt sein. Im Strukturierten Dialog soll daher
gemeinsam mit diesem Krankenhaus eine Analyse der möglichen Ursachen
für dieses Ergebnis durchgeführt werden.
In die Analyse zum Qualitätsziel „Selten postoperative
Nierenfunktionsstörungen“ gingen Patienten ohne präoperativ bestehende
Nierenerkrankung ein, die postoperativ eine akute Funktionsstörung der
Niere entwickelten. Dies war im Durchschnitt bei 6,17% aller
nierengesunden Patienten der Fall. Dieses Ergebnis liegt nach
Auffassung der Fachgruppe Herzchirurgie im zu erwartenden Bereich und
ist Ausdruck einer unauffälligen Versorgungsqualität. Die Ergebnisse
der Krankenhäuser wiesen jedoch erhebliche Unterschiede auf. Der Anteil
an Patienten mit postoperativer Nierenfunktionsstörung variierte
zwischen 0,0 und 67,3%. Die Beeinträchtigung der postoperativen
Nierenfunktion ist in der Regel vorübergehend, nur eine Minderheit
dieser Patienten wird dauerhaft dialysepflichtig. Der behandelnde Arzt
kann durch therapeutische Maßnahmen nur in begrenztem Umfang Einfluss
auf das Ergebnis zu diesem Qualitätsindikator nehmen, da bestimmte
Begleiterkrankungen des Patienten das Auftreten einer
Nierenfunktionsstörung nach Herzoperationen begünstigen können. Die
Fachgruppe Herzchirurgie hält aus diesen Gründen lediglich zwei
Krankenhäuser für auffällig, die den festgelegten Referenzbereich von
7% in allen herzchirurgischen Leistungsbereichen überschritten haben.
Diese Krankenhäuser sollen im Strukturierten Dialog um eine
Stellungnahme gebeten werden.