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Qualitätsziel

Möglichst geringe Letalität:
In-Hospital-Letalität

Qualitätsindikator

Die Untersuchung der perioperativen Letalität gehört zum Standard bei der Betrachtung von postoperativen Komplikationen. Die In-Hospital-Letalität erfasst alle Patienten, die während des gleichen stationären Aufenthaltes im Krankenhaus versterben, ohne Angaben zum jeweiligen Todeszeitpunkt. Aussagen zur Ergebnisqualität eines Krankenhauses sind jedoch nur unter Berücksichtigung der Tatsache möglich, dass Patienten, die frühzeitig in ein anderes Krankenhaus verlegt werden und dann dort versterben, nicht erfasst werden. Daher wird in der Literatur neben der In-Hospital-Letalität häufig auch die 30-Tage-Letalität angegeben.

Die 30-Tage-Letalität wird jedoch nicht allein von der Qualität der erbrachten Leistung beeinflusst. Die medizinischen und pflegerischen Ergebnisse hängen auch davon ab, welches Risikoprofil die in einem Krankenhaus behandelten Patienten aufweisen. Eine Risikoadjustierung wie z.B. nach dem EuroSCORE ermöglicht einen Vergleich der 30-Tage-Letalitätsraten von Krankenhäusern (Nashef et al. 2002, Roques et al. 1999, Roques et al. 2003).

Eine Risikoadjustierung der In-Hospital-Letalität findet für die ausgewertete Rate statt, indem Notfalleingriffe als einer der relevantesten Risikofaktoren aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen werden.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten, die in ihrer ersten OP elektiv oder dringlich isoliert an der Mitralklappe versorgt wurden
Zähler: Patienten, die im Krankenhaus verstorben sind

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤16,7% (95%-Perzentile für elektive/dringliche Operationen)

Erläuterung zum Referenzbereich: Die In-Hospital-Letalität ohne Risikoadjustierung ist ein Parameter, der z.B. durch das Risikoprofil der operierten Patienten und die postoperative Verweildauer in den Krankenhäusern beeinflusst werden kann. Hierdurch wird auch ein Vergleich mit Daten aus der Literatur erschwert. Da derzeit eine Risikoadjustierung unter Berücksichtigung nur eines Einflussfaktors erfolgt, wird als Referenzbereich eine Perzentile festgelegt.

Bewertung

Bei der operativen Versorgung von Patienten mit Erkrankungen der Mitralklappe bewegt sich die beobachtete In-Hospital-Letalität mit 4,25% an der unteren Grenze der aus der Literatur bekannten Ergebnisse. Die Zahl der operativen Eingriffe liegt in diesem Leistungsbereich jedoch deutlich niedriger als in den übrigen herzchirurgischen Leistungsbereichen. 39 von 74 herzchirurgischen Abteilungen haben im Jahr 2003 mehr als 20 isolierte Operationen an der Mitralklappe dokumentiert.

In der Gruppe der Patienten mit elektiver oder dringlicher (nicht notfallmäßiger) Operationsindikation lag die In-Hospital-Letalität bei 3,61%. Methodenbedingt überschreitet lediglich ein Krankenhaus mit einer Hospitalletalität von 23,8% den für dieses Risikokollektiv festgelegten Referenzwert der 95%-Perzentile der Krankenhausergebnisse. Im Rahmen des Strukturierten Dialoges soll gemeinsam mit diesem Krankenhaus eine Analyse der zugrunde liegenden Ursachen erfolgen.