Zusammenfassung
Bei der Nasenscheidewandkorrektur handelt es sich um eine häufige
HNO-ärztliche Operation, bei der eine Deviation (Verbiegung) der
Nasenscheidewand korrigiert wird. Die Wiederherstellung einer
physiologischen Nasenatmung steht als wesentlicher Aspekt in Bezug auf
die Lebensqualität im Vordergrund.
Die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport erfolgt anhand von zwei
Qualitätszielen, die die Indikationsstellung und Aspekte der
Ergebnisqualität betrachten.
Die Indikationsstellung muss kritisch erfolgen, da die Operation
auch eine Verschlechterung der Nasenatmung bedingen kann und da
Komplikationen auftreten können. Die Kriterien des Qualitätsziels
„Häufig ausreichende Indikation“ orientieren sich an den Indikationen
zur Operation der Nasenseptumdeviation gemäß der Leitlinie der
Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und
Hals-Chirurgie.
Die Gesamtrate von 99,3% für eine ausreichende Indikationsstellung
zeigt, dass die relevanten Indikationskriterien in fast allen Fällen
berücksichtigt wurden. Damit kann eine gute Versorgungsqualität
festgestellt werden. Fünf Krankenhäuser in Deutschland lagen mit Ihren
Ergebnissen unter dem Referenzbereich von ≥90%. Die Fachgruppe HNO
vermutet, dass hier Dokumentationsprobleme vorliegen könnten. Dies soll
im Strukturierten Dialog analysiert werden.
In der Basisauswertung fällt auf, dass für 71 Fälle die präoperative
Beurteilung des Allgemeinzustandes des Patienten zu einer Zuordnung zu
den Risikoklassen 4 und 5 nach ASA geführt hat. Den Angaben
entsprechend befanden sie sich in schlechtem gesundheitlichen Zustand.
Für diese Fälle soll kritisch hinterfragt werden, ob die Zuordnung zu
den Risikoklassen zutreffend erfolgt ist. Bei korrekter Zuordnung ist
zu hinterfragen, ob bei diesen Patienten mit sehr hohem präoperativem
Risiko die Indikationsstellung nach anerkannten Kriterien begründbar
ist.
Das zweite Qualitätsziel „Selten behandlungspflichtige
Komplikationen“ wurde ausgewählt, da eine niedrige Rate
behandlungspflichtiger Komplikationen einen wesentlichen Aspekt guter
operativer Ergebnisqualität abbildet. Als häufigste und wichtigste
behandlungspflichtige Komplikationen nach Korrektur der
Nasenscheidewandverbiegung werden die Blutungskomplikationen für die
Qualitätsdarstellung betrachtet.
Die Gesamtrate von 2,37% behandlungspflichtiger Komplikationen ist
nach Ansicht der Fachgruppe im Rahmen der klinischen Erfahrung
akzeptabel. Ein Vergleich der Ergebnisse mit Daten aus der Literatur
ist aufgrund unterschiedlicher Beobachtungszeiträume nicht möglich. Die
Spannweite der Krankenhausergebnisse von 0,0 bis 57,6% ist auffällig.
Mit Krankenhäusern mit einer Rate behandlungspflichtiger Komplikationen
von über 7,8% (Referenzbereich: 95%-Perzentile) soll im Strukturierten
Dialog eine Analyse der Ergebnisse erfolgen.
Die Fachgruppe HNO weist darauf hin, dass mit einer
Verlaufsbeobachtung, die die erreichten funktionellen Verbesserungen
nach sechs Monaten erfasst, eine erheblich bessere Beurteilung der
Ergebnisqualität in diesem Leistungsbereich möglich ist.
Aufgrund dieser methodischen Probleme macht die Fachgruppe HNO darauf
aufmerksam, dass andere Leistungsbereiche der HNO-Heilkunde für eine
Qualitätsdarstellung besser geeignet sind. Die endonasale
Nasennebenhöhlen-Chirurgie wäre hierfür ein gesundheitsökonomisch wie
medizinisch relevanter Leistungsbereich.