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Qualitätsziel

Häufig ausreichende Indikation

Qualitätsindikator

Die Indikationsstellung muss kritisch erfolgen, da die Operation auch eine Verschlechterung der Nasenatmung bedingen kann und da – wie bei jedem Eingriff – Komplikationen auftreten können. Eine nicht ausreichende Indikationsstellung gefährdet den von Patient und Operateur erwarteten Erfolg der Operation.

Die Kriterien des Qualitätsziels „Häufig ausreichende Indikation“ orientieren sich an den Indikationen zur Operation der Nasenseptumdeviation gemäß der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Hierzu gehören die ständig oder intermittierend behinderte Nasenatmung mit Folgen wie beispielsweise Mundatmung, Nasennebenhöhlenerkrankungen, Schnarchen, Otitis media, Mittelohrbelüftungsstörungen oder besondere Kopfschmerzformen.
Formveränderungen der äußeren Nase und des Nasenstegs als alleinige Operationsindikation entsprechen nicht der Anforderung des Qualitätsziels.

Ein methodisches Problem besteht darin, dass die einzelnen Indikationen über Messwerte schwer erfassbar sind. So ist beispielsweise der Stellenwert einer Rhinomanometrie, also der Prüfung des nasalen Atemwegwiderstands, fraglich. Die Beurteilung der Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ist aus diesen methodischen Gründen eingeschränkt, aber derzeit nicht besser operationalisierbar.
Die Fachgruppe HNO weist darauf hin, dass eine retrospektive Betrachtung anhand des Operationsergebnisses besser wäre, wie z.B. die Erfassung funktioneller Verbesserungen nach sechs Monaten.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten

Zähler: Patienten mit mindestens einer der Indikationen Nasenatmungsbehinderung, Zustand nach Trauma, chronische Sinusitis oder Schlafapnoesyndrom

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥90%

Erläuterung zum Referenzbereich: Weitere, in der Kennzahl nicht berücksichtigte konsensbasierte Indikationen sind erfahrungsgemäß sehr selten. Nach Schätzung der Fachgruppe betrifft dies weniger als 10% der Eingriffe. 

Bewertung

Die Gesamtrate von 99,30% mit ausreichender Indikation zeigt, dass relevante Indikationskriterien in fast allen Fällen berücksichtigt wurden und damit eine gute Versorgungsqualität festgestellt werden kann.
Fünf Krankenhäuser in Deutschland lagen mit ihren Ergebnissen unter dem Referenzbereich von ≥90%. Die Fachgruppe vermutet, dass hier Dokumentationsprobleme vorliegen könnten. Diese Ergebnisse sollen im Strukturierten Dialog analysiert werden.

In der Basisauswertung fällt auf, dass für 71 Fälle die präoperative Beurteilung des Allgemeinzustandes der Patienten zu einer Zuordnung zu den Risikoklassen 4 und 5 nach ASA geführt hat. Für diese Fälle soll kritisch hinterfragt werden, ob die Zuordnung zu den Risikoklassen zutreffend erfolgt ist. Bei korrekter Zuordnung ist zu hinterfragen, ob bei diesen Patienten mit sehr hohem präoperativem Risiko die Indikationsstellung nach anerkannten Kriterien begründbar ist.