Zusammenfassung
Ein Dekubitus (Druckgeschwür durch Wundliegen) ist eine durch länger
anhaltenden Druck entstandene Wunde der Haut und des darunter liegenden
Gewebes. Ein Dekubitus stellt immer eine schwerwiegende Komplikation
dar.
Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden drei
Qualitätsziele aus den beiden pflegerischen Teildatensätzen ausgewählt,
die in den orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereichen
„Hüftgelenknahe Femurfraktur (ohne subtrochantäre Frakturen)“ und
„Totalendoprothese (TEP) bei Koxarthrose“ integriert waren.
Diese drei Qualitätsziele befassten sich mit der Prozess- und
Ergebnisqualität der Dekubitusprophylaxe (Vorbeugung von
Dekubitalgeschwüren). Zu diesem Thema liegt seit dem Jahr 2000 ein
evidenzbasierter Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für
Qualitätsentwicklung in der Pflege vor.
Die Dekubitusinzidenz (Rate der während des Krankenhausaufenthaltes
neu auftretenden Dekubitalgeschwüre) ist ein international verwendeter
Indikator für Pflegequalität. Im Leistungsbereich „Pflege bei
hüftgelenknaher Femurfraktur (ohne subtrochantäre Frakturen)“ werden
zumeist sehr alte Patienten erfasst, die aufgrund ihrer Immobilität
sowie durch Schmerz und Trauma in besonderem Maße gefährdet sind, einen
Dekubitus zu entwickeln. Die Rate neu aufgetretener höhergradiger
Dekubitalulzera (Grade 2 bis 4) lag bei 4,00%. Raten aus nationalen und
internationalen Erhebungen zeigen eine hohe Variationsbreite, so dass
der Vergleich schwierig ist. Die Fachgruppe Pflege bewertet die Rate
als insgesamt vertretbar. Allerdings zeigt sich eine hohe Spannweite
von 0,0 bis 16,7% für Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen. Die
Fachgruppe hat als Referenzbereich die 80%-Perzentile festgelegt.
Krankenhäuser, bei denen bei mehr als 8,6% (≥80%-Perzentile) ihrer
Patienten ein Dekubitus mindestens des Grades 2 während des stationären
Aufenthalts neu aufgetreten ist, sind auffällig. 32 von 162
Krankenhäusern mindestens als 20 Fällen in der Grundgesamtheit liegen
außerhalb des Referenzbereichs. Mit diesen Krankenhäusern soll im
Strukturierten Dialog eine Ursachenanalyse erfolgen.
Im Leistungsbereich „Pflege bei Totalendoprothese (TEP) bei
Koxarthrose“ werden ebenfalls Patienten erfasst, die ein hohes
Gefährdungspotenzial für einen Dekubitus aufweisen. Für diese Patienten
beträgt die Rate der Dekubitusinzidenz für Ulzera der Grade 2 bis 4
0,89%. Die Fachgruppe wertet diese Rate als Ausdruck guter
Versorgungsqualität. Die Spannweite von 0,0 bis 11,5% für die
Krankenhäuser mit mehr als 20 Fällen zeigt erhebliche Unterschiede der
Ergebnisqualität. Die obere Grenze des Referenzbereichs liegt bei 1,7%
(≥80%-Perzentile). 43 von 218 Krankenhäusern mit einer Fallzahl von
mindestens 20 Fällen liegen außerhalb des Referenzbereichs.
Wie die Ergebnisse im BQS-Qualitätsreport 2003 zeigen, handelt es
sich bei der Dekubitusprophylaxe um einen relevanten
Versorgungsbereich, für den Qualitätsunterschiede zwischen
Krankenhäusern sichtbar wurden.
Im Jahr 2004 konzentriert sich die Qualitätsdarstellung für die
Pflege ausschließlich auf die Ergebnisqualität der Dekubitusprophylaxe.
Der Teildatensatz Pflege wurde dazu in fünf
orthopädisch-unfallchirurgische und drei herzchirurgische
Leistungsbereiche integriert.