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Einleitung

Für Daten aus pflegerischen Teildatensätzen lagen im Jahr 2003 zum zweiten Mal Auswertungsergebnisse vor. Die Teildatensätze waren dem urologischen Leistungsbereich „Prostataresektion“ und den beiden orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereichen „Hüftgelenknahe Femurfraktur (ohne subtrochantäre Frakturen)“ und „Totalendoprothese (TEP) bei Koxarthrose“ angeschlossen. Die Datensätze waren im Vergleich zum Vorjahr geringfügig verändert. Neben den Abfragen zum Pflegeprozess, der Einstufung in Pflegestufen nach der Systematik der PPR (Pflegepersonalregelung) und der Durchführung von Pflegemaßnahmen waren für die orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereiche die Datenfelder zur Dekubitusprophylaxe präzisiert.

Die Bewertung konzentriert sich auf die Indikatoren zur Dekubitusprophylaxe. Die Risikoerfassung, das Neu-Auftreten eines Dekubitus während des stationären Aufenthaltes (Dekubitusinzidenz) und die Veränderung des Dekubitusstatus bei Patienten, die mit einem Dekubitus aufgenommen werden, stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Auswertung.

Ein Dekubitus (Druckgeschwür durch Wundliegen) ist eine durch länger anhaltenden Druck entstandene Wunde der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Ein Dekubitus stellt immer eine schwerwiegende Komplikation dar, die im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung, langer Immobilität oder Bewusstseinseinschränkung eines Patienten entstehen kann. Ein betroffener Patient leidet aufgrund der Wunde an starken Schmerzen und ist oft über Monate pflegebedürftig. Im nationalen Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ wird ausgedrückt, dass die Vorbeugung eines Dekubitus, die Dekubitusprophylaxe, zu den originären Betätigungsfeldern der Pflege gehört (DNQP 2004). Auch aus medizinischer, ethischer und ökonomischer Perspektive muss es das zentrale Anliegen sein, Druckgeschwüre konsequent durch erfolgreiche und kooperativ erbrachte Vorbeugemaßnahmen zu verhindern (Robert Koch-Institut 2002).


Schätzungen zufolge entwickeln jedes Jahr weit über 400.000 Menschen in Deutschland einen Dekubitus (Robert Koch-Institut 2002). Die Inzidenzraten (Raten der Neuerkrankungen) variieren in Abhängigkeit zu dem Versorgungssektor bzw. der Krankenhausabteilung, z.B. 7 bis 38% in der Akutpflege und 7 bis 23,9% in der Langzeitpflege (National Pressure Ulcer Advisory Panel et al. 2001). Leffmann (2004) hingegen gibt weit niedrigere Raten an. Bezogen auf alle Krankenhäuser in Hamburg ließ sich in den Jahren 1998 bis 2003 eine Rate von 0,9 bis 1,5% identifizieren.

Die beiden Teildatensätze aus den orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereichen „Pflege bei hüftgelenknaher Femurfraktur (ohne subtrochantäre Frakturen)“ und „Pflege bei Totalendoprothese (TEP) bei Koxarthrose“ waren für die Krankenhäuser im Jahr 2003 verpflichtend zu dokumentieren. Es wurden jedoch keine Abschläge wirksam, wenn der medizinische Datensatz ohne den pflegerischen Teildatensatz übermittelt wurde.