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Qualitätsziel

Möglichst selten Resektionsgewicht <5g

Qualitätsindikator

Das Resektionsgewicht wird postoperativ in der Regel vom Pathologen bestimmt und dokumentiert. Es ist somit ein gut objektivierbarer Parameter.

Das durchschnittliche Resektionsgewicht bei TUR liegt zwischen ca. 19 und ca. 26g (Green et al. 1996 (25,6g), Borboroglu et al. 1999 (18,8g), Hakenberg et al. 2001 (24,7g), Mebust et al. 2002 (22g)). Eine Autorengruppe berichtete, dass bei 12,61% von 3.885 Patienten das Resektionsgewicht <5g lag (Mebust et al. 2002).

Zwischen präoperativ sonografisch gemessenem Prostatavolumen und tatsächlich resezierbarem Prostatagewebe besteht eine hohe Korrelation. Will man wissen, welcher Anteil vom präoperativ per Ultraschall gemessenen Prostatavolumen entfernt wurde, muss man das Gewicht des Resektats mit 1,2 multiplizieren, um den Gewebeschrumpfungseffekt zu berücksichtigen. Eine vollständige Resektion des gesamten Prostatagewebes wird routinemäßig nicht durchgeführt. In einer Studie an 432 Operationen wurde festgestellt, dass in der Regel pro Eingriff nicht mehr als 50% des Volumens der Prostata reseziert werden (Green et al. 1996).

Kein eindeutiger Zusammenhang besteht zwischen Resektionsmenge und OP-Erfolg. Bei 138 Patienten wurde gezeigt, dass es nach der TUR zwar zur signifikanten Verbesserung des Uroflows, des Restharns und des IPSS-Scores kam, Resektionsgewicht und Symptomverbesserung aber nicht signifikant korrelierten (Hakenberg et al. 2001).

Der Erfolg des Eingriffs scheint also nicht primär von der resezierten Gewebemenge abzuhängen, d.h. ein Patient kann auch dann von einem Eingriff profitieren, wenn nur wenig reseziert wurde, z.B. bei neurologischen Erkrankungen.

Eine hohe Rate von Fällen mit niedrigen Resektionsgewichten in einer Fachabteilung kann aber Ausdruck einer Vorgehensweise sein, bei der dem Patienten in mehreren Eingriffen immer wieder kleine Prostatagewebemengen entfernt werden. Daher ist nach Überzeugung der Fachgruppe immer dann das Behandlungsmanagement zu hinterfragen, wenn bei sehr vielen Patienten kleine Mengen reseziert werden.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten mit einer Angabe zum Resektionsgewicht

Zähler: Patienten mit Resektionsgewicht <5g

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤7,1% (90%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Literatur, aus der sich eine exakte Rate zur Einhaltung einer Mindestgewichtsgrenze bei der Indikationsstellung zur TUR evidenzbasiert festlegen ließe, steht nicht zur Verfügung. Die Fachgruppe wählte daher den Verteilungskennwert 90%-Perzentile als Referenzbereich.

Bewertung

Die Gesamtrate von 3,01% (2002: 3,13%) Fällen mit einem Resektionsgewicht unter 5g ist gemessen am internationalen Standard ein sehr gutes Ergebnis. Somit kann insgesamt eine sehr gute Versorgungsqualität festgestellt werden.

Bei 40 von 404 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen und bei 4 Krankenhäusern mit weniger als 20 Fällen lag der Anteil von Fällen mit einem Resektionsgewicht <5g außerhalb des Referenzbereichs von bis zu 7,1% (90%-Perzentile). Nach Meinung der Fachgruppe soll auch mit den Krankenhäusern mit wenigen Fällen unbedingt der Strukturierte Dialog erfolgen.











Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten

Zähler: Patienten ohne Angabe des Resektionsgewichts

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤5%

Erläuterung zum Referenzbereich: Da die Bestimmung des Resektionsgewichts als Standard jedes Prostataeingriffs zu fordern ist, definiert die Fachgruppe hier den fixen Referenzbereich ≤5%.

Bewertung

Der Anteil der Patienten ohne Resektionsgewichtsbestimmung lag bei 11,95%. Bei 211 von 428 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen lag dieser Anteil außerhalb des von der Fachgruppe empfohlenen Referenzbereichs von ≤5%. 3 Krankenhäuser von diesen hatten das Resektionsgewicht in keinem Fall bestimmt. Letzteres traf auch für 12 der Krankenhäuser mit weniger als 20 Fällen zu. Bei allen Krankenhäusern, die das Resektionsgewicht in keinem Fall bestimmt hatten, sollen im Strukturierten Dialog die Gründe für dieses Vorgehen erfragt werden.