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Qualitätsziel

Immer postoperative histologische Untersuchung

Qualitätsindikator

Die digitale rektale Untersuchung und die Bestimmung des PSA-Wertes sind einfache und effektive Screening-Methoden zur Früherkennung eines Prostata-Karzinoms. Auch wenn durch die PSA-Bestimmung die Zahl der erst durch Operation erkannten Karzinome weiter abgenommen hat, so ist eine histologische Untersuchung als Routinemaßnahme bei Operationen einer BPH weiterhin zu fordern. Allerdings stellt sich in seltenen Fällen ex post heraus, dass auch trotz unauffälligen histologischen Befundes ein Karzinom vorgelegen hat (Kawamura et al. 1992, Ye et al. 1995).

Bei 72 von 1.127 Patienten (6,4%), die sich mit der Diagnose BPH einer Prostataoperation unterzogen und bei denen sowohl der digitale Tastbefund als auch der PSA-Test negativ ausgefallen waren, wurde durch die histopathologische Untersuchung des Resektates ein inzidentelles Prostatakarzinom diagnostiziert (Zigeuner et al. 2003). Andere Autoren dokumentierten eine Rate von 12% histologisch gesicherter inzidenteller Karzinome bei 683 wegen BPH operierten Patienten (Vecchioli 1992).

Eine positive Korrelation zwischen der Frequenz der TUR-Eingriffe und der Zahl der entdeckten inzidentellen Prostatakarzinome wird gesichtet. Auch die Erhöhung der Zahl der untersuchten histologischen Schnitte bei der pathologischen Begutachtung soll zu einer höheren Rate entdeckter inzidenteller Karzinome führen (Levy et al. 1993).

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten ohne Aufnahmediagnose C61 Prostatakarzinom

Zähler: Patienten mit histologischer Untersuchung

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥95%

Erläuterung zum Referenzbereich: Die histologische Untersuchung bei Prostataeingriffen ist klinischer Standard. Die Fachgruppe fordert mit dem festgelegten Referenzbereich daher, dass in ≥95% der Fälle diese Untersuchung erfolgen sollte, andernfalls liegt eine Auffälligkeit vor.

Bewertung

Die Gesamtrate von 96,92% (2002: 97,88%) Patienten mit histologischer Untersuchung des Resektats ist als Hinweis auf eine gute Versorgungsqualität zu werten. Auffällig ist eine extreme Spannweite von 13,6% bis 100,0%. Es erscheint der Fachgruppe sinnvoll, mit allen Krankenhäusern – unabhängig von ihrer Fallzahl – den Strukturierten Dialog einzuleiten, wenn der empfohlene Referenzbereich von ≥95% nicht erreicht wird.