Zusammenfassung
Im Leistungsbereich Perkutane transluminale Angioplastie (PTA)
werden stationäre Kathetereingriffe an chronisch verengten oder
verschlossenen Becken- und Beinarterien dokumentiert. Ziel des
Eingriffs ist die Verbesserung des Blutflusses.
Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden drei
Qualitätsindikatoren ausgewählt, die die Indikationsstellung und
Aspekte der Ergebnisqualität betrachten.
Indikation nach Fontaine-Stadium: Das Fontaine-Stadium klassifiziert
die Durchblutungsinsuffizienz bei arteriellen Verschlusskrankheiten. Es
ist eine weit verbreitete Schweregradeinteilung, die unverzichtbar für
die Indikationsstellung und Behandlung ist. In der Regel soll die PTA
bei möglichst vielen Patienten mit einem Fontaine-Stadium von IIb, III
oder IV durchgeführt werden. 92,87% der behandelten Patienten lagen
innerhalb dieser Stadien. Es gab allerdings deutliche Unterschiede in
den einzelnen Krankenhäusern. Die Spannweite reichte von 54,5 bis
100,0%. 99 von insgesamt 324 Krankenhäusern haben den Referenzbereich
von mindestens 90% nicht erreicht. Die Gründe dafür sollen im
Strukturierten Dialog geklärt werden.
Postinterventionelle Komplikationen: Nach der Durchführung einer PTA
können schwerwiegende behandlungsbedürftige Komplikationen auftreten,
die möglichst selten sein sollen. In internationalen Untersuchungen
wurden schwerwiegende Komplikationen bei 5,60% der Patienten nach PTA
berichtet (TASC 2000). Diese Rate wird für die Bundesauswertung als
Referenzwert verwendet: Der prozentuale Anteil der postoperativen
Komplikationen nach PTA soll weniger als 5% betragen.
Behandlungsbedürftige postinterventionelle Komplikationen wurden bei
3,53% der Patienten dokumentiert. Im Vergleich mit der empfohlenen Rate
kann das Ergebnis als Ausdruck guter Versorgungsqualität gewertet
werden. Die einzelnen Krankenhäuser berichten über verschieden hohe
Komplikationsraten von 0,0 bis 17,6%. Die möglichen Ursachen hierfür
sollen im Strukturierten Dialog mit 112 von 342 Krankenhäusern
untersucht werden, deren Ergebnisse außerhalb des Referenzbereichs von
<5% liegen.
Postinterventionelle Rest-Stenose: Die Bestimmung der
postinterventionellen Verengung der Gefäße, der Rest-Stenose, ist eine
Erfolgskontrolle. Die vor der PTA gemessene Stenose soll nach der PTA
möglichst geringgradig sein, also möglichst weit unterhalb von 30% des
Gefäß8urchmessers. Dies kann für Patienten gefordert werden, bei denen
eine PTA in den Etagen Becken oder Oberschenkel/Knie durchgeführt
wurde. Für dieses Qualitätsziel wurde eine Gesamtrate von 89,90%
erreicht. Die Ergebnisse der einzelnen Krankenhäuser lagen zwischen
27,7 und 100,0%. Da der Referenzbereich auf mindestens 90% festgelegt
ist, soll mit den 123 von 281 Krankenhäusern, die außerhalb dieses
Referenzbereichs liegen, ein Strukturierter Dialog geführt werden.