Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

In der Regel Behandlung von möglichst vielen Patienten mit einem Fontaine-Stadium von IIb, III oder IV

Qualitätsindikator

Für die Indikationsstellung und die Planung des therapeutischen Vorgehens ist die Kenntnis des klinisch definierten Stadiums wichtig. Die Einteilung der Erkrankungsschwere in Stadien erfolgt in der Klassifikation nach Fontaine. Diese Bestimmung wird vor jeder PTA als diagnostisches Standardkriterium gefordert (DGG 1997 Becken, DGG 1997 Oberschenkel, DGG 1997 Knie, DGG 1997 Unterschenkel).

Es besteht für Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit eine Indikation zur PTA, wenn ein Fontaine-Stadium IIb, III oder IV bestimmt wurde.

Bei einem Fontaine-Stadium III oder IV besteht eine absolute Indikation zur Therapie. Das Fontaine-Stadium II gilt als relative Anzeige, da primär konservatives Vorgehen empfohlen ist. Für kürzere Gehstrecken (Fontaine-Stadium IIb) kann insbesondere bei Vorliegen von weiteren Faktoren das therapeutische Vorgehen gerechtfertigt sein.

Das Fontaine-Stadium IIa kann in Ausnahmefällen eine Indikation darstellen, insbesondere, wenn die Gehstrecke nicht als alleiniges Entscheidungskriterium herangezogen oder eine konservative Behandlung nicht durchgeführt werden kann (Beispiele: Re-Stenose, koronare Herzkrankheiten, chronisch-obstruktive Lungenkrankheiten, Claudicatio spinalis, Koxarthrose).

Das Fontaine-Stadium I stellt keine Indikation zur PTA dar, eine konservative Behandlung ist vorrangig.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: PTA bei Patienten mit bestimmtem Fontaine-Stadium

Zähler: PTA bei Fontaine-Stadium IIb und höher

Erläuterung der Rechenregel: Werden mehrere PTA bei einem Patienten durchgeführt, so wird jede PTA einzeln gezählt.

Referenzbereich

Referenzbereich: ≥90%

Erläuterung zum Referenzbereich: Der Anteil Patienten, bei denen das Fontaine-Stadium bestimmt wurde, soll an allen Patienten mit PTA mindestens 90% betragen. Für Patienten mit peripher arterieller Verschlusskrankheit besteht eine Indikation zur PTA, wenn ein Fontaine-Stadium IIb, III oder IV bestimmt wurde. Daher sollte der Anteil dieser Patienten möglichst hoch sein. Eine höhere Referenzgrenze ist nicht sinnvoll, weil das Fontaine-Stadium IIa in Ausnahmefällen auch eine Indikation darstellen kann.

Bewertung

Für dieses Qualitätsziel wurde – bezogen auf die Patienten, bei denen das Fontaine-Stadium bestimmt wurde – eine Gesamtrate von 92,87% erreicht. Diese Rate ist als Ausdruck einer guten Versorgungsqualität mit Blick auf die Indikationsstellung zu werten.

Auffällig ist die hohe Spannweite der Krankenhausergebnisse von 54,5 bis 100,0%. 324 Krankenhäuser haben mindestens 20 Fälle in dieser Grundgesamtheit. Davon erreichen 99 Krankenhäuser nicht den Referenzbereich, da weniger als 90% ihrer Patienten ein Fontaine-Stadium von IIb oder höher haben. Diese Krankenhäuser sollen im Strukturierten Dialog um eine Stellungnahme gebeten werden.

169 Krankenhäuser haben weniger als 20 Fälle in dieser Grundgesamtheit. Davon erreichen 58 Krankenhäuser nicht den Referenzbereich. Auch diese Krankenhäuser sollen im Strukturierten Dialog um eine Stellungnahme gebeten werden.