Qualitätsziel
Postinterventionelle Rest-Stenose mit einem Grad von unter 30% bei
Patienten mit einer PTA in den Etagen Becken oder Oberschenkel/Knie
Qualitätsindikator
Die Bestimmung der postinterventionellen Rest-Stenose ist eine
Erfolgskontrolle. Die Durchführung erfolgt durch eine
angiographisch-röntgenmorphometrische semiquantitative Erfassung des
Stenosegrades vor und direkt nach der Behandlung. Die vor der PTA
gemessene Stenose soll nach der PTA möglichst geringgradig sein, also
möglichst weit unterhalb von 30% des Gefäßdurchmessers. Dies kann für
Patienten gefordert werden, bei denen eine PTA in den Etagen Becken
oder Oberschenkel/Knie durchgeführt wurde (DGG 1997 Becken, DGG 1997
Oberschenkel, DGG 1997 Knie). Die Verengungen in der Unterschenkeletage
sind häufig langstreckig und werden daher nicht gemeinsam mit den
Verengungen der höher gelegenen Etagen betrachtet.
Methodik
Rechenregel:
Grundgesamtheit: PTA in der Oberschenkel- oder Beckenetage mit
dokumentiertem postinterventionellem Grad der Rest-Stenose der
behandelten Seite und Etage
Zähler: PTA mit einer Rest-Stenose mindestens einer behandelten Seite und Etage von ≤ 30% des Gefäßdurchmessers
Erläuterung der Rechenregel: Werden mehrere PTA bei einem Patienten durchgeführt, so wird jede PTA einzeln gezählt.
Referenzbereich
Referenzbereich: ≥90%
Erläuterung zum Referenzbereich: Die postinterventionell gemessene
Rest-Stenose soll möglichst geringgradig und möglichst weit unterhalb
von 30% des Gefäßdurchmessers sein. Dies kann für die überwiegende
Mehrheit der Patienten gefordert werden, bei denen eine PTA in den
Etagen Becken (DGG 1997 Becken) oder Oberschenkel/Knie (DGG 1997
Oberschenkel, DGG 1997 Knie) durchgeführt wurde.
Bewertung
Für das Qualitätsziel wurde – bezogen auf die Patienten, bei denen
eine PTA in der Oberschenkel-/ Knie-Etage oder Beckenetage vorgenommen
und der postinterventionelle Grad der Rest-Stenose der behandelten
Seite und Etage dokumentiert wurde – eine Gesamtrate von 89,90%
erreicht. Diese Rate ist als Ausdruck einer guten Versorgungsqualität
mit Blick auf die Ergebnisqualität zu werten.
Eine differenzierte Betrachtung nach der Beckenetage einerseits und der
Oberschenkel-/Knie-Etage andererseits ist sinnvoll, da für die
Beckenetage eine höhere Messgenauigkeit angenommen wird als für die
Oberschenkel-/Knie-Etage. Für die Beckenetage wurde eine Gesamtrate von
94,07% erreicht, während in der Oberschenkel-/Knie-Etage die Gesamtrate
bei 86,87% lag. Diese Werte entsprechen der Erwartung. Die
Messungenauigkeit in der Oberschenkel-/Knie-Etage ist höher als in der
Beckenetage. Dies kann zu einer Überschätzung des Rest-Stenosegrades
führen. Darüber hinaus besteht in der Oberschenkel-/Knie-Etage häufiger
eine andere klinische Situation (Beispiel: Vorkommen von längeren
Stenosen). Ein niedriger Rest-Stenosegrad ist somit in der
Oberschenkel-/Knie-Etage schwieriger zu erreichen. Daher will die
Fachgruppe diese differenzierte Darstellung mit getrennten
Referenzbereichen für die Zukunft in Erwägung ziehen.
Auffällig ist die Spannweite der Krankenhausergebnisse von 27,7 bis
100,0%. Die 123 außerhalb des Referenzbereichs von ≥90% liegenden
Krankenhäuser von insgesamt 281 Krankenhäusern sollen angesprochen
werden, um die verschiedenen Ursachen hierfür klären zu können.