Zusammenfassung
Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom handelt es sich um ein Engpasssyndrom
des Nervus ulnaris im Bereich des hinteren Ellenbogengelenkes.
Charakteristische Symptome sind Missempfindungen in den vom Nervus
ulnaris versorgten Fingern sowie Schmerzen bei forcierter Beugung des
Ellenbogengelenkes. Das Prinzip der in diesem Leistungsbereich
betrachteten operativen Behandlung besteht in der Druckentlastung des
Nervs vom Oberarm bis zum Unterarm, ggf. mit Verlagerung und
Neueinbettung des Nervs.
Zur Bewertung der Qualität im Leistungsbereich „Dekompression bei
Sulcus-ulnaris-Syndrom” wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, die die
Indikationsstellung und die Ergebnisqualität betrachten.
Schmerzen und/oder Missempfindungen im vierten und fünften Finger der
Hand können unterschiedliche Ursachen haben. Elektrophysiologische
Untersuchungen werden durchgeführt, um Schädigungen des Nervs als
Ursache der Beschwerden erkennen und lokalisieren zu können. Die
Indikation zur Operation ist gegeben, wenn bei nachgewiesener
Schädigung unter konservativer Behandlung keine Verbesserung oder sogar
eine Verschlechterung der Symptomatik auftritt, bei anhaltenden
Gefühlsstörungen sowie bei Schwäche bzw. Atrophie der vom Nervus
ulnaris innervierten Muskulatur.
Die Gesamtrate der Fälle mit ausreichend gesicherter Indikation
liegt
mit 86,55% (Vorjahr 86,23%) außerhalb des von der Fachgruppe
festgelegten Referenzbereichs. Hier besteht nach Überzeugung der
Fachgruppe Verbesserungspotenzial. Die Spannweite der Ergebnisse der
Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen in der Grundgesamtheit reicht
von 52,4 bis 100,0%. Allerdings liegen nur vier von 37 Häusern mit
ihren Ergebnissen außerhalb des festgelegten Referenzbereiches von
≥90%. Im Strukturierten Dialog mit den auffälligen Krankenhäusern soll
analysiert werden, wie es zu dem niedrigen Anteil von
elektrophysiologischen Untersuchungen mit positivem Befund gekommen ist.
Intra- und postoperative Komplikationen beeinträchtigen den
angestrebten Therapieerfolg. Neben motorischen, sensiblen oder
vegetativen Störungen im Versorgungsgebiet des Nervus ulnaris durch
Nervenläsion kann ein großes Wundhämatom als Frühkomplikation des
Eingriffs auftreten.
Die Gesamtrate der spezifischen postoperativen Komplikationen bis zur
Entlassung von 1,37% (2002: 0,97%) spricht für eine sehr gute
Versorgungsqualität bei der Behandlung von Patienten mit
Sulcus-ulnaris-Syndrom ohne unfallbedingte Knochendeformation im
Ellenbogenbereich. Ein Krankenhaus weist eine Komplikationsrate von
30,4% auf. Die Fachgruppe empfiehlt, mit diesem Krankenhaus unbedingt
einen Strukturierten Dialog einzuleiten und zu analysieren, ob hier
primär ein Dokumentationsproblem oder ein Versorgungsproblem vorliegt.
Zukünftig sollte nach Meinung der Fachgruppe ein sektorübergreifendes
Qualitätssicherungsverfahren der Nervendekompressionseingriffe mit
adäquaten Nachbeobachtungszeiten etabliert werden, das einen Vergleich
der Behandlungsergebnisse von ambulanten und stationären Eingriffen
ermöglicht.