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Qualitätsziel

Häufig Tonsillektomie mit Adenotomie bei Kindern und Jugendlichen, selten bei Erwachsenen

Qualitätsindikator

Mit der Entfernung der Tonsillen kann die Adenotomie, d.h. die operative Entfernung der Rachenmandeln (Adenoide), kombiniert werden. Dieser Eingriff ist in der Regel bei Kindern indiziert, wenn es zu rezidivierenden Infekten der Luftwege kommt oder die Hyperplasie der Rachenmandel die Nasenatmung oder die Tubenbelüftung behindert. Im Erwachsenenalter sind die Adenoide stark zurückgebildet. Eine Entfernung ist deutlich seltener als bei Kindern indiziert.

Bei ausgeprägten Adenoiden im Erwachsenenalter muss zum Ausschluss eines Malignoms immer eine histologische Untersuchung des Resektats erfolgen.

Das Qualitätsziel wurde auf der Basis eines Expertenkonsenses festgelegt.

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: alle Patienten mit gültiger Altersangabe ab 20 Jahren

Zähler: Patienten mit Tonsillektomie mit Adenotomie

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤10%

Erläuterung zum Referenzbereich: Die gemeinsame Bewertung der Bundesdaten aus 2002 und Probedaten aus 2003 lässt einen Referenzbereich von
≤10% sinnvoll erscheinen. Es besteht jedoch keine harte Evidenz aus Literaturdaten für diese Festlegung.

Bewertung

Die Gesamtrate von 9,27% Tonsillektomien mit gleichzeitigen Adenotomien bei Erwachsenen (Alter ab 20 Jahren) wird aus der klinischen Erfahrung als akzeptabel und als Ausdruck sachgerechter Indikationsstellung bewertet. Spezifische Daten aus der Literatur, die für eine weitergehende Bewertung dieses Ergebnisses herangezogen werden könnten, stehen nicht zur Verfügung. Daher erfolgte auch die Festlegung des Referenzbereichs von ≤ 10% auf der Basis der Ergebnisse vorangegangener Auswertungen.
Auffällig ist die sehr hohe Spannweite der Krankenhausergebnisse von 0,0 bis 100,0%. 132 Krankenhäuser in Deutschland liegen mit ihren Ergebnissen außerhalb des Referenzbereichs. Eine Analyse im Strukturierten Dialog ist erforderlich. Die Kenntnis der Ursachen für die auffälligen Ergebnisse kann auch für die Weiterentwicklung des Qualitätsindikators und des Referenzbereichs genutzt werden.