Leseanleitung
Einleitung
In der Bundesauswertung 2003 wurden für die Analyse der
qualitätsrelevanten Daten verschiedene statistische Methoden
eingesetzt. In diesem Kapitel soll ein Überblick über die verwendeten
Verfahren gegeben werden. Dem Kapitel vorangestellt ist ein Glossar.
Hier werden häufig gebrauchte statistische Begriffe beschrieben. Darauf
folgt die Standarddarstellung der BQS für die Ergebnisse mit
Erläuterungen.
Glossar
Anteil
Siehe Rate
Beziehungszahl
Siehe Verhältnis
Grundgesamtheit
Die Grundgesamtheit eines Qualitätsindikators ist die Gesamtzahl der
Fälle mit den beschriebenen Eigenschaften. Was unter einem „Fall“ zu
verstehen ist, ist jeweils abhängig von der Definition der
Grundgesamtheit des Qualitätsindikators. So kann damit etwa ein
„Patient“, eine „Operation“ bzw. eine „Intervention“ gemeint sein.
Konfidenzintervall
Siehe Vertrauensbereich
Median der Krankenhausergebnisse
Der Median ist derjenige Wert, für den 50% der Krankenhausergebnisse
kleiner und 50% der Krankenhausergebnisse größer sind. Der Median ist
ein Maß, das den Mittelpunkt der Verteilung beschreibt.
Perzentile der Krankenhausergebnisse
Für das x%-Perzentil der Krankenhausergebnisse gilt, dass x% der
Krankenhausergebnisse kleiner oder gleich dem x. Perzentil sind. Haben
beispielsweise 25% der untersuchten Krankenhäuser eine
Wundinfektionsrate von 1,5% oder kleiner, so ist in diesem Beispiel
1,5% das 25%-Perzentil.
Qualitätsindikator
Die Umsetzung von Qualitätszielen in quantifizierbare Größen – die
Qualitätsindikatoren – erfolgt häufig über prozentuale Anteile.
Beispielsweise lässt sich der Qualitätsindikator
„Wundheilungsstörungen“ über den prozentualen Anteil von
Wundinfektionen an den dokumentierten Fällen operationalisieren. Durch
Einschränkung der Bezugspopulation („Grundgesamtheit“) auf bestimmte Subgruppen
(beispielsweise nach Alter, Geschlecht, ASA etc.) wird der
Qualitätsindikator in Zusammenhang mit einer weiteren Größe gesetzt.
Rate
Eine Rate beschreibt den prozentualen Anteil einer Merkmalsausprägung
(Zähler) unter allen betrachteten Merkmalsträgern (Grundgesamtheit).
Neben dem prozentualen Anteil wird in der Regel auch der so genannte
Vertrauensbereich (Konfidenzintervall) dieses Anteils angegeben.
Referenzbereich
Der Referenzbereich gibt den Bereich eines Qualitätsindikators für gute
Qualität an (sog. Unauffälligkeitsbereich). Es gibt zwei Arten von
Referenzbereichen:
- Referenzbereiche, die durch einen festen Wert definiert sind (fixer Referenzbereich),
- Referenzbereiche, die durch die Verteilung der
Krankenhausergebnisse festgelegt sind
(Perzentilen-Referenzbereich).
Spannweite der Krankenhausergebnisse
Die Spannweite gibt den minimalen und maximalen Wert der
Krankenhausergebnisse an. Die Spannweite ist ein Maß für die Streuung
der Verteilung.
Verhältnis
Der Quotient zweier sachlich in Verbindung stehender Merkmale heißt
Beziehungszahl. Dabei ist nicht wie bei einer Rate (s.o.) der Zähler
eine Untermenge des Nenners. Ein Beispiel für eine Beziehungszahl ist
die Vollständigkeit: das Verhältnis der Datensätze im Bundesdatenpool
2003 zu den in der VdAK-LKA-Statistik enthaltenen, für 2002
vereinbarten Leistungen. Im Weiteren wird die Bezeichung „Verhältnis“
verwendet.
Vertrauensbereich
Der Vertrauensbereich gibt den Wertebereich an, in dem der prozentuale
Anteil mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% unter Berücksichtigung
aller zufälligen Ereignisse liegt.
Standard-Darstellung
Ergebnisse
Zu den Auswertungen der einzelnen Qualitätsindikatoren werden die
wichtigsten beschreibenden Statistiken in einer wiederkehrenden
Abbildungsform dargestellt.
Die Ergebnisse in der Bundesauswertung 2003 werden zunächst als
Gesamtrate für alle Patienten mit dem 95%-Vertrauensbereich und der
Gesamtzahl der Fälle dargestellt (Kopf der Ergebnistabelle).
Die Verteilung der Krankenhausergebnisse wird in zwei Säulendiagrammen
(Benchmarkgrafiken) dargestellt. Dabei repräsentiert jede Säule das
Ergebnis eines Krankenhauses. Die Ergebnisse der Krankenhäuser sind von
links nach rechts nach Ergebnissen sortiert aufgetragen. Krankenhäuser
mit den besseren Ergebnissen stehen rechts.
Die größere Benchmarkgrafik enthält die Ergebnisse jener Krankenhäuser,
die mindestens 20 Fälle in der Grundgesamtheit des Qualitätsindikators
haben. Um aber alle Krankenhäuser bei der Qualitätsdarstellung zu
berücksichtigen, werden auch die Ergebnisse der Krankenhäuser mit 1 bis
19 Fällen in einer kleineren Benchmarkgrafik dargestellt.
Diese Trennung der Ergebnisse der Krankenhäuser mit 1 bis 19 und ≥20
Fällen in zwei separate Benchmarkgrafiken trägt dem Umstand Rechnung,
dass einerseits alle Krankenhäuser in der Qualitätsdarstellung
berücksichtigt werden sollen, andererseits aber die Ergebnisse eines
Qualitätsindikators für Krankenhäuser mit kleiner Fallzahl einer
größeren statistischen Ungenauigkeit unterliegen.
Die statistische Ungenauigkeit bei Krankenhäusern mit kleiner Fallzahl
ergibt sich aus folgender Konstellation: Bei 20 Fällen entspricht ein
Ereignis im Zähler des Qualitätsindikators – z.B. eine Wundinfektion –
5%. Würden auch Krankenhäuser mit weniger Fällen aufgenommen, so würde
der Indikator bereits bei einem einzelnen Ereignis – z.B. einem Fall
mit Wundinfektion – stark ausschlagen. Im Beispiel entspräche eine
Wundinfektion bei 10 Fällen einer Rate von 10%, bei fünf Fällen sogar
einer Rate von 20%. Die Verteilung der Krankenhausergebnisse zeigt für
Krankenhäuser mit kleiner Fallzahl häufiger starke statistische
Ausreißer.
Unterhalb der ersten Benchmarkgrafik werden jeweils der Median und die Spannweite der Krankenhausergebnisse dargestellt.
Die Perzentil-Referenzbereiche werden auf der Basis der Ergebnisse der Krankenhäuser mit ≥20 Fällen bestimmt.
Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen, deren Ergebnisse außerhalb des
Referenzbereichs liegen, werden als auffällig bezeichnet. In vielen
Fällen empfehlen die Fachgruppen, im Strukturierten Dialog auch jene
Krankenhäuser um Stellungnahme zu bitten, die mit weniger als 20 Fällen
den Referenzbereich nicht erreichen.
Die Anzahl der Krankenhäuser, die ≥20, 1 bis 19 und 0 Fälle in der
jeweiligen Grundgesamtheit haben, werden in der Ergebnistabelle jeweils
explizit aufgeführt.