Zusammenfassung
Erkrankungen der zwischen der linken Herzkammer und der
Körperhauptschlagader (Aorta) gelegenen Aortenklappe gehören zu den
häufigsten Herzklappenerkrankungen des Erwachsenen. Als Ursache kommen
degenerative oder entzündliche Veränderungen der Herzklappe in Frage.
Diese können an der Herzklappe eine Verengung (Stenose), eine
Undichtigkeit (Insuffizienz) oder eine Kombination aus beidem
hervorrufen.
In diesem Leistungsbereich werden Patienten betrachtet, die sich einem
isolierten operativen Eingriff an der Aortenklappe unter Verwendung der
Herz-Lungen-Maschine unterziehen müssen.
Für die Darstellung im BQS-Qualitätsreport 2004 wurden zwei
Qualitätsziele ausgewählt, die Aspekte der Ergebnisqualität betrachten.
Der Qualitätsindikator „Letalität“ beschreibt die Sterblichkeit nach
Operationen an der Aortenklappe. Die In-Hospital-Letalität, also der
Anteil von Patienten, die nach einer Operation an der Aortenklappe
während des stationären Aufenthaltes versterben, lag in der
BQS-Bundesauswertung 2004 bei 3,37%. Patienten mit elektiver oder
dringlicher Operationsindikation hatten mit 2,90% ein etwas geringeres
Risiko, im Krankenhaus zu versterben. Die Spannweite der
Krankenhausergebnisse reichte bei diesem Patientenkollektiv von 0,0 bis
10,0%. Diese Raten sind nahezu identisch mit den Ergebnissen der
BQS-Bundesauswertungen 2002 und 2003, so dass hier eine insgesamt
stabile und im Vergleich mit internationalen Daten gute
Versorgungssituation angenommen werden kann. Die Fachgruppe
Herzchirurgie hat als Referenzbereich die 95%-Perzentile der
Krankenhausergebnisse in der Gruppe der Patienten mit elektiver oder
dringlicher (nicht notfallmäßiger) Operationsindikation festgelegt.
Dadurch werden drei Krankenhäuser auffällig, die eine
In-Hospital-Letalität von mehr als 7,6% in dieser Patientengruppe
dokumentiert haben. Diese Krankenhäuser werden im Strukturierten Dialog
zur Stellungnahme aufgefordert.
Der Qualitätsindikator „Postoperative Nierenfunktionsstörungen“ erfasst
Patienten, bei denen nach einer Aortenklappenoperation eine
Einschränkung der Nierenfunktion beobachtet wurde, bzw. Patienten, die
nach diesem Eingriff dialysepflichtig wurden. Bei der vergleichenden
Darstellung der Ergebnisse zu diesem Indikator wurde eine
Risikoadjustierung durchgeführt, indem ausschließlich Patienten
betrachtet wurden, bei denen vor der Operation keine Einschränkung der
Nierenfunktion zu verzeichnen war. Die Gesamtrate an postoperativen
Nierenfunktionsstörungen lag für dieses risikostandardisierte
Patientenkollektiv bei 2,77%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse
reichte von 0,0 bis 11,3%. Dieses Ergebnis spricht im Vergleich mit der
internationalen Literatur für eine sehr gute Versorgungsqualität. Die
Einschränkung der Nierenfunktion ist in den meisten Fällen
vorübergehend und normalisiert sich im Verlauf von Wochen und Monaten
nach einer herzchirurgischen Operation. Die Fachgruppe betrachtet daher
lediglich Krankenhäuser als auffällig, deren Ergebnisse zu diesem
Indikator in allen drei herzchirurgischen Leistungsbereichen oberhalb
des Referenzbereichs von ≤ 7% liegen. Im Strukturierten Dialog mit
diesen Krankenhäusern soll eine gemeinsame Ursachenanalyse für das
gehäufte Auftreten von Nierenfunktionsstörungen erfolgen.