Zusammenfassung
Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) gehört
zu den Standardeingriffen in allgemein- und viszeralchirurgischen
Krankenhausabteilungen. Die Operation ist indiziert bei Vorliegen von
Gallensteinen, die Beschwerden verursachen, oder bei einer Entzündung
der Gallenblase. Heutzutage werden über 90% der als Wahleingriffe
(elektive Operation) durchgeführten Cholezystektomien als
laparoskopische Operationen in so genannter „Schlüssellochtechnik“
durchgeführt.
In der Auswertung werden Operationen der Gallenblase und der
Gallenwege erfasst. Für die Bewertung ausgewählt wurden zwei
Qualitätsindikatoren, die die Ergebnisqualität anhand von
Komplikationen erfassen, die während oder nach der Operation auftreten
können.
Der Qualitätsindikator „Selten postoperative Wundinfektionen“
betrachtet das Ergebnis des Eingriffs unter dem Aspekt der lokalen
Entzündung (Infektion), wobei zwischen oberflächlichen und tiefen
Infektionen unterschieden wird. Die Rate von Cholezystektomien mit
postoperativen Wundinfektionen liegt bei Patienten der Risikoklasse 0
(Eingriffe ohne relevante Risikofaktoren) bei 0,82%. Sie ist als
Ausdruck einer insgesamt guten Versorgungsqualität zu werten.
Bemerkenswert ist die Spannweite der Krankenhausergebnisse von 0 bis
10,5%. Der Referenzbereich wurde auf der Basis von Referenzdaten aus
deutschen und amerikanischen Infektionsüberwachungssystemen bei 2%
festgelegt. 152 von 1.101 Krankenhäusern liegen mit ihren Ergebnissen
über diesem Referenzbereich. Angesichts der Tatsache, dass eine
risikoadjustierte Betrachtung der postoperativen Wundinfektionsraten
erfolgt, sind Wundinfektionsraten von bis zu 10,5% unbedingt im
Strukturierten Dialog klärungsbedürftig.
Neben der postoperativen Wundinfektionsrate wurde in der
BQS-Bundesauswertung 2004 auch die Rate der weiteren
eingriffsspezifischen Komplikationen betrachtet. Sowohl das
laparoskopische als auch das offen-chirurgische Operationsverfahren
weisen eine Reihe von Komplikationsmöglichkeiten auf, die sich auch bei
Berücksichtigung aller Sicherheitsmaßnahmen und Beherrschung der
Technik nicht vermeiden lassen.
Die Gesamtrate in der BQS-Bundesauswertung von 3,95% bei allen
Operationen kann als Ausdruck zufrieden stellender Versorgungsqualität
gewertet werden. 58 von 1.194 Krankenhäusern haben eingriffspezifische
Komplikationsraten von mehr als 9,0% (95%-Perzentile der
Krankenhausergebnisse) dokumentiert und werden im Strukturierten Dialog
um Stellungnahme gebeten.
Die Okklusion (Verschluss) oder die Durchtrennung des Ductus
hepatocholedochus (großer Gallengang) während der Operation
(intraoperativ) stellt eine besonders schwerwiegende Komplikation dar.
Durch die Einführung eines neuen Datenfeldes ist die spezifische
Betrachtung dieser Komplikation für das Jahr 2004 erstmalig möglich. In
jedem einzelnen Fall des Auftretens dieser Komplikation soll im
Strukturierten Dialog eine differenzierte Ursachenforschung betrieben
werden (Sentinel-Event-Indikator). Durch diese Vorgehensweise werden
auch Krankenhäuser, die nur wenige Cholezystektomien durchführen, in
den qualitätsverbessernden Dialog integriert.
Die Gesamtrate von 0,17% in der BQS-Bundesauswertung 2004 zeigt,
dass die intraoperative Verletzung der Gallenwege nur in seltenen
Sonderfällen auftritt. Dieses Ergebnis kann als Ausdruck unauffälliger
Versorgungsqualität interpretiert werden.